Gute Gründe, optimistisch zu sein

Dornbirn Aufgrund der positiven Impulse durch die Öffnung der Wirtschaft nach dem Lockdown gehen wir davon aus, dass das globale Wirtschaftswachstum heuer und im nächsten Jahr weiter kräftig ausfallen wird. Unterstützende Faktoren für die Finanzmärkte sind die Geldpolitik der Notenbanken, die Fiskalpolitik und Konjunkturprogramme wie beispielsweise in den USA, die den Konsumenten direkt Geld in die Taschen spülte. Dazu kommen geplante Programme für die Infrastruktur. Diese Ausgaben werden die Budgetdefizite laut Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) deutlich erhöhen. Die Aktienmärkte, deren Bewertung sich absolut betrachtet mittlerweile am oberen Ende der historischen Bandbreite bewegt, bekommen dadurch Rückenwind.
Relativ betrachtet, unter Berücksichtigung des niedrigen Zinsniveaus, sind die Bewertungen attraktiv. Außerdem erwarten die Analysten für weltweite Aktien ein kräftiges Gewinnwachstum in den nächsten Jahren. Für 2021 liegt die Prognose bei 46 Prozent. Würde das Kursniveau unverändert bleiben, sänke das Kurs-Gewinn-Verhältnis bis 2023 auf ca. 17. Neben dem positiven Rückenwind vom Wirtschaftszyklus gibt die Markttechnik derzeit Kaufsignale für riskantere Veranlagungen. Die Indikatoren sind für Aktien, Hochzinsanleihen und Schwellenländer-Anleihen positiv gestimmt. Dazu kommt, dass Geldmarktfonds in Europa in den letzten Jahren deutliche Zuflüsse gesehen haben. Diese bieten aber nur sehr niedrige oder negative Renditen. Ein Teil dieser Veranlagungen könnte in risikobehaftete Veranlagungen umgeschichtet werden. Was die Zinspolitik betrifft, dürfte der Geldhahn der Zentralbanken weit geöffnet bleiben. Trotzdem überlegen manchen Notenbanken, allen voran die Fed in den USA „leise“ vorsichtige Ausstiegsstrategien. Ein Zurückfahren der Anleihen-Ankaufprogramme in den USA bei beträchtlichen Fortschritten hinsichtlich des Arbeitsmarktes und angesichts steigender Inflation wird wahrscheinlich. Ankündigungen diesbezüglich könnten im Sommer oder im Herbst erfolgen. Was erste Leitzinsanhebungen angeht, sind die Erwartungen für die USA etwas gestiegen. Was Europa betrifft werden für 2022 als auch 2023 keine Anhebungen erwartet.
christoph.flatz@dornbirn.sparkasse.at, Christoph Flatz, Private Banking. www.erste-am.at