Gewerkschaft mit Plan gegen Arbeitsmarktkrise

Markt / 27.07.2021 • 21:21 Uhr
ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer. vn/hartinger
ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer. vn/hartinger

Feldkirch „Seit eineinhalb Jahren warten wir auf ein Beschäftigungsprogramm, das Jobs fördert und die Tausenden arbeitssuchenden Menschen aus der Krise holt“, ärgert sich ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer. Die Bundesregierung sprühe dabei nur so vor Ideenlosigkeit oder sie verweigere wissentlich Maßnahmen zur Linderung der Not vieler Arbeitssuchender.

Den Jubelmeldungen rund um sinkende Arbeitslosenzahlen könne er wenig abgewinnen: „Angesichts der Tatsache, dass immer noch über 10.000 Menschen in Vorarlberg ohne Job dastehen, besteht für mich wenig Grund zur Freude.“ Fast 3200 Menschen würden als langzeitarbeitslos gelten. „Der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt wird nachweislich immer schwieriger, je länger die Beschäftigungslosigkeit andauert. Abgesehen vom menschlichen Leid, kommt Langzeitarbeitslosigkeit die Gesellschaft wesentlich teurer als Beschäftigungsinitiativen“, fordert Stemmer.

Arbeitszeitverkürzung

Deshalb hat der Gewerkschaftsbund ein 5-Punkte-Programm zusammengestellt: Erste Forderung ist eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Forderung zwei ist eine Pflegestiftung, eine Umweltstiftung und eine Verkehrsstiftung. „Die Vorteile sind, dass Arbeitnehmer Unterstützung bei ihrer beruflichen Neuorientierung bekommen und der Fachkräftemangel abgefedert werden kann“, erklärt Stemmer. Drittens geht es um den Ausbau der Überbetrieblichen Lehrausbildung für Jugendliche sowie mehr Lehrstellen im öffentlichen Bereich. Forderung vier dreht sich um die Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent Nettoersatzrate. Und Forderung fünf ist eine staatliche Beteiligungsgesellschaft. Denn laut ÖGB könnte eine Insolvenzwelle weitere Jobs kosten.