Pionierarbeit aus dem Drucker

3D-Betonbauteile von Concrete 3D sind nun marktreif.
Götzis Was mittels 3D-Druck und Beton schon möglich ist, zeigen die Vorarlberger Unternehmen Tomaselli Gabriel Bau und JOLO Betonfertigteile in ihrer gemeinsamen Firma Concrete 3D. Als österreichweit erstes Unternehmen bringen sie nach monatelangen Tests Betonbauteile aus dem 3D-Drucker auf den Markt. „Die Herausforderungen am Bau sind Produktivität, Leistbarkeit, Nachhaltigkeit und Facharbeitermangel“, sagt Philipp Tomaselli. Darauf könne man nun entsprechende Antworten geben.
Gedruckt werden Fassadenelemente, Aussparungen, Halbfertigteile wie Säulen, Skulpturen, Schächte oder Verkleidungen sowie Möbel. 300.000 Euro kostete der 3D-Drucker, der die Betonteile direkt aus einer CAD-Vorlage druckt.
Die Fassadenelemente sind bereits am ehemaligen Firmensitz von Tomaselli Gabriel in Nenzing zu sehen. Dafür wurden 50 Elemente mit einer Größe von bis zu eineinhalb Quadratmetern produziert. Sie sollen die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten mit Mustern, Logos oder Formen zeigen.
In Serienqualität
Die Aussparungen etwa für Fenster, Türen oder Installationskanäle wiederum, die bereits in Vorarlberg und Tirol bei Vertriebspartner Schmidt’s erhältlich sind, sollen aufwendige Holzschalungen vermeiden. „Sie werden direkt in Decken und Wänden eingebaut. 3D-Druck-Bauteile funktionieren auch in Serienqualität“, sagt Bereichsleiter Michael Gabriel.
Bei den Möbeln und Accessoires reicht das Repertoire von Tischen und Weinkühlern bis hin zu Lampenschirmen oder Bänken. Gerade wurde auch ein Gummi-beschichteter Hügel für einen Spielplatz produziert. „Wir sind offen für Neues“, sagt Markus Loacker. Nicht nur für neue Anwendungen, sondern auch für Partnerschaften mit Vertriebspartnern, Baufirmen oder Architekten. Denn man sei auch in Europa Vorreiter und zähle hier zu den ersten Unternehmen, die in diesem Bereich marktreife Produkte anbieten können.
Ein weiterer Vorteil, so Tomaselli, sei, dass trotz Industrialisierung die Individualisierung nicht verloren gehe. Denn die Produkte seien individuell gestaltbar. Zudem werde weniger Material benötigt, was den CO2-Fußabdruck verringere.
Eine Vision von Concrete 3D soll in den nächsten zwei bis drei Jahren Realität werden: Dann soll nämlich auch direkt auf der Baustelle vor Ort gedruckt werden. VN-reh

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Die Fassadenelemente in Nenzing kommen ebenfalls aus dem Drucker.