Hauptsitz und Immobilie verkauft

Markt / 19.07.2021 • 20:13 Uhr
Die Refinanzierung beinhaltete den Verkauf des gesamten Firmenstammsitzes in Götzis. vn/Hartinger
Die Refinanzierung beinhaltete den Verkauf des gesamten Firmenstammsitzes in Götzis. vn/Hartinger

Feinjersey nach maßgeblicher Entschuldung auf Kurs. Umsatzplus erwartet.

Götzis Die Textilfirmengruppe Feinjersey Group mit den beiden operativ tätigen Unternehmen Feinjersey Fabrics und Feinjersey Colours hat im Vorjahr ihr umfangreiches Refinanzierungskonzept abgeschlossen und damit eine maßgebliche Entschuldung der gesamten Firmengruppe erreicht.

Wesentlicher Bestandteil dieser Refinanzierung war insbesondere der Verkauf des gesamten Firmenstammsitzes in Götzis (Sennemahd 12). Dieser wurde an die FJAJ GmbH mit Sitz in Eichenberg verkauft. Wie Feinjersey-Geschäftsführer und CFO Martin Beck erklärt, wurde der verkaufte Hauptsitz in weiterer Folge langfristig wieder zurückgemietet.

Im Zuge des Refinanzierungskonzeptes wurde auch eine betrieblich von Feinjersey nicht genutzte Gewerbeimmobilie in Koblach an der Bundesstraße von Georg Meusburger Immobilien erstanden. Zudem wurden zwei Wohnanlagen von Feinjersey in Götzis und Altach verkauft. Vor der Entschuldung hatte die Feinjersey Group Schulden in Höhe von rund 30 Millionen Euro.

Nun sei es gelungen, die Schuldenlast deutlich zu drücken. Denn jetzt seien auch wieder mehr finanzielle Mittel für das operative Geschäft und die Marktbearbeitung verfügbar, so Beck.

Über den Erwartungen

Im Geschäftsjahr 2020 kam die Feinjersey Group nach Angaben von Beck auf einen nicht konsolidierten Gruppenumsatz von rund 35 Millionen Euro. Gerade von den Marktrückgängen in den ersten Monaten der Pandemiebekämpfung im Frühjahr 2020 sei man stark betroffen gewesen. Allerdings habe die Geschäftsentwicklung im vierten Quartal 2020 schon wieder angezogen, und dieser Trend setze sich bis heute fort. So sei man bei Feinjersey Colours und Feinjersey Fabrics im ersten Halbjahr 2021 deutlich über den Umsatzerwartungen gelegen. Am erfreulichsten sei die Entwicklung im Strickerei-Bereich für Modetextilien. Hier liege man klar über den Erwartungen.

Etwas verhaltener sei indes die Nachfrage aus der Automotive-Branche, was bei Feinjersey zum Bereich technische Textilien zählt. Auch eher vage sei unterdessen die Situation im Geschäftsbereich Ausrüstung und Lohnveredelung, gerade was das zweite Halbjahr 2021 betreffe.

Bestenfalls schwarze Zahlen

Nichtsdestotrotz zeigt man sich bei der Feinjersey Group optimistisch für das Gesamtjahr 2021. So erwartet Beck einen nicht konsolidierten Gruppenumsatz von rund 40 Millionen Euro und damit ein Plus von etwa 15 Prozent. Mit heutigem Stand sei es auch durchaus vorstellbar, dass die Firmengruppe operativ in die schwarzen Zahlen komme. „Wir haben eine positive Umsatz- und Ertragsprognose.“ Allerdings müsse man darauf hinweisen, dass das Geschäft mittlerweile von einer „extremen Kurzfristigkeit“ geprägt sei. Feinjersey habe derzeit einen Planungshorizont von rund drei Monaten.

Die Feinjersey Group beschäftigt insgesamt rund 220 Mitarbeiter. Betriebsstandorte gibt es in Götzis und Rankweil.