Weniger Firmenpleiten
Insolvenzzahl im Halbjahr gesunken. 2022 soll sich das ändern.
Hohenems Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist auch im ersten Halbjahr 2021 sowohl in Vorarlberg als auch in Gesamtösterreich zurückgegangen. So ging laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) in Österreich die Zahl der eröffneten Firmeninsolvenzen um 36,1 Prozent auf 700 Verfahren zurück, in Vorarlberg sogar um 66,67 Prozent auf 10 Verfahren. Das ist bundesweit der größte Rückgang. „Bei den Top-10-Insolvenzen nach den Verbindlichkeiten befindet sich auf Platz 1 „Das Schäfer Berghotel GmbH“ mit Verbindlichkeiten in Höhe von 9,13 Millionen Euro. Hier wurde ein Sanierungsplan abgeschlossen. Auf den nächsten Plätzen sind ausnahmslos Privatpersonen zu verzeichnen“, berichtet Tamara Ivkovic vom AKV Vorarlberg.
Das Verfahren betreffend der Lecher Strolz GmbH sei aufgrund des Rekurses gegen die Bestätigung des Sanierungsplans wieder vollkommen offen.
Bemerkenswert sei der Anstieg der eröffneten Privatinsolvenzen in Vorarlberg um 10,27 Prozent auf 161 Verfahren. Denn österreichweit gab es einen Rückgang im ersten Halbjahr von 4,56 Prozent auf 3242 eröffnete Verfahren. Durch die Gesetzesreform des Exekutionsrechts rechne man jedoch auch hier mit einem Anstieg der Privatinsolvenzen in den kommenden Monaten. Des Weiteren soll bald das Restrukturierungs- und Insolvenz-Richtlinie-Umsetzungsgesetz folgen. Dabei würden die Entschuldungsfristen verkürzt werden.
Anstieg 2022
Bei den Firmeninsolvenzen erwartet der AKV ein Angleichen an die Zahlen vor Ausbruch der Pandemie 2019 erst für das kommende Jahr, auch wenn bereits seit Juni eine erste Trendwende zu beobachten sei. VN-reh
„In Vorarlberg ist bundesweit der größte Rückgang an eröffneten Firmeninsolvenzen zu verzeichnen.“
Insolvenzen 1. Halbjahr
Firmeninsolvenzen Österreich: -36,1 %, 700 eröffnete Verfahren. Vorarlberg: -66,67 %, 10 Verfahren
Privatinsolvenzen Österreich: -4,56 %, 3242 eröffnete Verfahren; Vorarlberg: +10,27 %, 161 Verfahren