Welche Betriebe im Land EU-Agrarförderung bekommen

Zwei Vorarlberger Betriebe unter den Topförderbeziehern in Österreich.
Schwarzach, Brüssel Die Landwirtschaft ist nicht nur ein wichtiges Standbein der Wirtschaft, sie versorgt die Menschen auch mit Lebensmitteln. Im besten Falle regional und bio und davon so viel, dass möglichst die Bevölkerung damit ernährt werden kann. Was aus verschiedenen Gründen nicht so funktioniert, wie es die Landwirte selbst, aber auch die Politik gerne hätten. Die Bauern kämpfen mit der Konkurrenz riesiger Agrarkonzerne, die in vielen Bereichen – etwa beim Fleisch – die wertvolle Ware zu Dumpingpreisen auf den Markt werfen, die für eine klein strukturierte Landwirtschaft schlichtweg nicht möglich sind und auch nicht sein sollen. Denn gerade in Vorarlberg sind die vielen Bergbauern auch Landschaftspfleger, eine Tätigkeit, die auch dem Tourismus und der gesamten Bevölkerung bzw. dem Land zugute kommt. Für die meisten Landwirte sind deshalb Förderungen existenziell. Wie hoch sie gefördert werden, das veröffentlicht die Europäische Union jährlich in der Transparenzdatenbank. Die Zahlen für das Förderjahr 2020 (16. 10. 2019 bis 15. 10. 2020) wurden vor zwei Tagen veröffentlicht.
Vorarlberg vorne dabei
In Vorarlberg wurden insgesamt 3382 Betriebe gefördert, die meisten, nämlich 195 in Dornbirn, die wenigsten in Stallehr, wo lediglich ein Empfänger genannt ist, nämlich die Agrargemeinschaft Stallehr, die 11.500 Euro Förderung erhielt. Die großen Förderungen, nämlich die in Millionenhöhe, fließen in Österreich meist in Großbetriebe in den östlichen Bundesländern, nichtsdestotrotz gibt es auch Vorarlberger Empfänger, die in der „Förderliste“ ganz oben sind. So hat etwa die Genossenschaft Vorarlberg Milch im vergangenen Jahr eine Förderung von 2,5 Millionen Euro erhalten und ist damit der sechstgrößte Förderempfänger Österreichs. Im Coronajahr wurde die Molkerei aufgerüstet, damit sie in Zukunft leistungsfähig am Markt reüssieren kann. Größter österreichischer Empfänger ist die Agrarmarkt Austria mit 34,5 Millionen Euro für die „Verwaltung EU-Fonds – Technische Hilfe“.

Nummer eins bei Stiftungen
In ganz Österreich werden laut der Datenbank auch 45 Stiftungen als Bezieher von Förderungen aufgeführt. Die höchsten Summen erhielten die soziale Stiftung Jupident in Vorarlberg (1,3 Mill. Euro) und die Stiftung eines Nachbarn von Vorarlberg, nämlich die des Fürsten Liechtenstein Zweigniederlassung Guts- und Forstbetrieb Wilfersdorf in Niederösterreich (1,2 Mill. Euro). In Vorarlberg sind es oft Agrargemeinschaften, die für die Erhaltung der landwirtschaftlichen Infrastruktur hohe Förderungen erhalten, das gilt auch für Güterwegsgemeinschaften, die oft im Bereich zwischen 100.000 und 200.000 Euro gefördert werden. Aber auch die Caritas der Diözese wurde für ihre Agraraktivitäten gefördert, ebenso wie die Lebenshilfe Vorarlberg, deren Sunnahof in Rankweil Tufers laut Eigenwerbung ein „bsundriger Biobauernhof“ ist (siehe Factbox).

EU-Förderung gibt es für Güterwege.
Sogar Centbeträge transparent
Die Förderungen für fast alle Landwirte in Vorarlberg sind deutlich niedriger als die genannten – nur für Großprojekte flossen teilweise über 100.000 Euro an Vorarlberger Landwirte, in der Datenbank sind aber – so viel Transparenz muss sein – Förderungen im Cent-Bereich angeführt. Allerdings werden die „Kleinförderungsbezieher“ nicht namentlich angeführt, sondern sind anonymisiert.
Höchste Förderungen
In Vorarlberg
1. Vorarlberg Milch e.Gen. 2,5 Millionen Euro
2. Caritas der Diözese Feldkirch ca. 2,1 Millionen Euro
3. Stiftung Jupident ca. 1,3 Millionen Euro
4. Lebenshilfe Vorarlberg 361.299 Euro
5. Ländliches Fortbildungsinstitut Vorarlberg 229.465 Euro
In Österreich
1. Agrarmarkt Austria 34,5 Millionen Euro
2. Institut Hartheim gemeinnützige Betriebsgesellschaft mbH 8,9 Millionen Euro
3. Landwirtschaftsministerium 7,4 Millionen Euro
Quelle: Transparenzdatenbank EU