So wird jetzt auf Holz geklopft

Zimmerer sehen Klimaziele, Image und die Betriebe selbst durch Holzmangel in Gefahr.
Schwarzach Der Vorarlberger Holzbau ist das, was Vorarlberg gern sein möchte: eine Marke. Und die könnte, so die Befürchtungen in der Branche, just in dem Moment, da der Holzbau die größten Steigerungsraten seit Jahren erfährt, ihren Glanz verlieren. Denn die Verknappung und Verteuerung des Baustoffs Holz trifft die Holzbaubetriebe substanziell. Dies allerdings nicht nur in Vorarlberg, sondern in ganz Österreich. Alarm schlagen nicht nur die Vorarlberger Holzbauer, deshalb wird es neben dem Holzgipfel im Land auch auf Ministerebene Gespräche geben. Die österreichischen Zimmerer haben ihre Bedenken und Argumente in einem vertraulichen Papier zusammengefasst, wie man sich aus dem Dilemma befreien könnte.
Klare Forderungen
Bis zu den nächsten Gesprächen mit der Sägeindustrie wurde Stillschweigen vereinbart, auch wolle man den Ministerinnen Elisabeth Köstinger, Margarete Schramböck, Eleonore Gewessler und Minister Martin Kocher auch noch die Chance geben, sich in die Materie zu vertiefen, sagt Matthias Ammann, Geschäftsführer des Branchenverbandes Vorarlberger Holzbaukunst, auf VN-Anfrage. Doch das Schreiben an die Regierungsmitglieder, das den VN von einem Zimmerer überlassen wurde, spricht eine klare Sprache: Gefordert werden „Sofortmaßnahmen zum Ausgleich der Einkaufsverluste für die fix vereinbarten Holzbau-Aufträge aus dem Jahr 2020, welche heuer zur Ausführung gelangen“, ein „Verbot von klimaschädlichen Rundholzexporten aus Europa (Begasung, Öltanker usw.)“, die „Außer-Nutzung-Stellung von Waldwirtschaftsflächen nur unter Berücksichtigung der Zielkonflikte Naturschutz – Klimaschutz.“ Und das ist noch nicht alles: Holzbau Austria, der Bundesverband der 2200 Holzbaubetriebe vertritt, will eine „Mobilisierung aller möglichen Holz-Einschlagsmengen zu fairen Preisen für die Waldbauern“ erreichen, eine „Entbürokratisierung der Abläufe zur Holzmobilisierung“ und die „konsequente Umsetzung der geplanten
Einschlagsmengen – Sicherung der Nahversorgung mit Holz“, außerdem Maßnahmen zur Sicherstellung von öko-sozialen Wirtschaftsabläufen in der Wertschöpfungskette Holz „auf nationaler und auch auf europäischer Ebene“ sowie die Schaffung eines europäischen Großhandelspreisindex für Holzprodukte nach dem Vorbild beim Stahl“.
Klimaziele im Auge behalten
Die Zimmerer machen außerdem auf die wichtige Rolle des Baustoffs für die österreichischen Klimaziele aufmerksam und fordern deshalb bei Naturschutzverbänden ein Umdenken, was die Nutzung des Waldes betrifft. Und die Häuslebauer? Sie müssen, so viel ließ sich Ammann entlocken, derzeit bei einem Einfamilienhaus mit einer Preissteigerung zwischen 5000 und 10.000 Euro rechnen. Nicht mitgerechnet sind dabei die Kosten anderer Baumaterialien, die ebenfalls knapp sind. VN-sca
„Zimmerer bekennen sich zum Waldbauernhunderter pro Festmeter Qualitätsholz.“