Die zwei Seiten der Corona-Wintersaison

Umsatz der Vorarlberger Seilbahnen bricht auf 14,1 Mill. Euro ein.
Dornbirn Dass dieser Winter für Vorarlbergs Tourismuswirtschaft eine Nullnummer wird, war schon länger klar. Nun zogen die Seilbahnen auch offiziell Zwischenbilanz über einen Winter, der nicht nur eine Nullnummer war, sondern für den die Bahnen tief in die Tasche greifen müssen. Der Umsatz ging um 90 Prozent zurück: Statt 150 Millionen Umsatz wie in Zeiten ohne das Virus, betrug der Umsatz in der Saison 2020/21 14,1 Millionen Euro. Lediglich einige der Schleppliftbetriebe verzeichneten heuer ob der guten Schneeverhältnisse bis fast ins Tal ein Umsatzplus, berichtet der Sprecher der Vorarlberger Seilbahnwirtschaft, Andreas Gapp.
Doch er gewinnt dem Winter auch die positiven Seiten ab. Den Vorarlbergern konnten die Skigebiete heuer eine ganz besondere Saison bieten – mit gut präparierten Pisten, die viel Platz boten für große Carving-Schwünge, mit Skiliften ohne Menschenschlangen. Das wurde entsprechend honoriert. „Viele Vorarlberger haben das genutzt, wir haben auch viel Dank entgegennehmen dürfen, weil wir in dieser schwierigen Zeit ein Stück Freiheit, ein Stück Normalität bieten konnten“, berichtet er. Noch normaler wäre es freilich gewesen, wenn auch die Skihütten ihre Terrassen hätten bespielen können, wenn in den Hotels Betrieb gewesen wäre.
Ohne deutsche Gäste geht nichts
Ohne die deutschen Gäste war das auch betriebswirtschaftlich kaum möglich, sagen Gapp und die Hotelière Jutta Frick, die bei der Bilanz den Winter aus Sicht der Hotellerie zog. Öffnungen der Beherberungsbetriebe, wie sie in der Schweiz für ein niedrigeren Verlust gesorgt haben (die VN berichteten), waren und sind in Vorarlberg keine Option. In der Schweiz ist der Anteil der Einheimischen bei hohen 45 Prozent, in Vorarlberg bei rund zehn Prozent. „Das würde sich nicht einmal ausgehen, wenn alle Vorarlberger bei uns Urlaub machen“, rechnet Frick vor, die den Einheimischen dennoch einen Urlaub in Vorarlberg ans Herz legt. „Es gibt in Vorarlberg viel zu erleben, außerdem haben wir Platz, das haben wir schon im vergangenen Sommer gezeigt.“
Für den Sommer sind Frick und Gapp zuversichtlich – genauso wie drei Viertel der Seilbahnbetreiber. „Wir haben lernen können aus dem vergangenen Sommer und in diesem Winter“, so Gapp. VN-sca
„Vielen ist bewusst geworden, wie wichtig der Tourismus für Vorarlberg ist.“
„Der Skisport hat heuer in Vorarlberg einen ganz neuen Stellenwert gewonnen.“


Seilbahnen Winter 20/21
Umsatz 2020/21 14,1 Millionen Euro
Umsatz 2019/29 rd. 150 Millionen Euro
Investitionen jährlich rd. 50 Millionen Euro
Mitarbeiter 1000, davon 20 Lehrlinge
Mitgliedsbetriebe in der Fachgruppe 71, 32 Skigebiete
Liftanzahl 303 Seilbahnen, Sessellifte und Schlepplifte