Kurzarbeit vergleichsweise großzügig

Markt / 05.04.2021 • 18:56 Uhr

Wirtschaftsforschungsinstitut zieht Vergleich mit anderen Ländern.

Wien Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hat die österreichische Corona-Kurzarbeit untersucht und mit den Regelungen in acht weiteren europäischen Ländern verglichen. Das Fazit des Wifo: Die österreichischen Kurzarbeitsregelungen sind „vergleichsweise großzügig“, werden breit in Anspruch genommen und konnten noch höhere Arbeitslosigkeit verhindern.

Im Jahr 2020 bezogen mindestens 1,2 Millionen Beschäftigte in Österreich Kurzarbeitsunterstützung. Zum Vergleich: Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 waren 65.000 Arbeitskräfte in Kurzarbeit. Wurde die Kurzarbeit 2008/09 fast ausschließlich von größeren Industrieunternehmen genutzt, setzen in der Covid-19-Pandemie auch Bauunternehmen und Dienstleistungsbetriebe, Hotellerie und Gastronomie auf die Kurzarbeit. Durch die breitere Nutzung erkläre sich auch der deutlich höhere Frauenanteil von 44 Prozent im Jahr 2020 gegenüber nur 19 Prozent im Jahr 2009.

80 bis 100 Prozent

Die Ersatzrate für Arbeitnehmer reicht von einem vollständigen Ersatz des Einkommens (100 Prozent) in Dänemark und in den Niederlanden bis hin zu Ersatzraten von 80 Prozent des Bruttoeinkommens in Großbritannien bzw. 80 bis 90 Prozent in Österreich.