Schwierige Lage für Fotografen: Wenig Bedarf im Lockdown

Fotografen fallen bei vielen Hilfsmaßnahmen durch das Unterstützungsnetz.
Schwarzach Das Corona-Virus hat auch die Vorarlberger Berufsfotografen erwischt. 288 Lichtbildner kümmern sich als Klein- und Kleinstunternehmer in pandemiefreier Zeit darum, dass Familienfotos gemacht werden, dass auf Bildern Hochzeiten und Firmenfeiern dokumentiert werden, dass Sport- und andere Veranstaltungen fotografisch festgehalten werden. Das alles fiel im letzten Jahr aus und auch heuer schaut es bislang nicht wirklich besser aus, zumindest was das erste Halbjahr betrifft. Viele der Berufsfotografen, nämlich fast 200, üben ihr Gewerbe nebenberuflich aus, sie müssen sich auf ihre anderen Tätigkeiten fokussieren, um über die Runden zu kommen, doch rund 100 Fotografen sind hauptberuflich tätig. Die Lage sei für viele prekär, heißt es aus der Wirtschaftskammer.
Während sie im vergangenen Frühjahr noch oft die Hilfe ihrer Interessenvertretung in Anspruch nahmen, sei es aber derzeit ruhig. Sie leiden still, versuchen, wenigstens den einen oder anderen Auftrag zu ergattern. Oder beschäftigen sich mit eigenen Projekten, wie das der Nüziger Fotograf Oliver Lerch schon im Frühjahr gemacht hat. Er lichtete Menschen im Lockdown ab, kümmerte sich daneben als Ein-Personen-Unternehmen (EPU) aber auch darum, dass die von der Regierung versprochenen Hilfen für diese Kleinstunternehmer auch bei diesen ankommen.
Die derzeitige Situation führt bei einem großen Teil der Fotografen zu einem fast vollständigen Umsatzverlust: Kindergarten- und Schulfotografie, die seit Einführung des strengen Datenschutzgesetzes ohnehin schon schwieriger geworden ist, ist nun vollkommen ausgefallen. Auch die Spezialisten für Architektur- oder Unternehmensfotografie (Corporate Shooting) könnten zwar theoretisch arbeiten, die meisten Aufträge werden aber aus Kostengründen oder wegen Homeoffice auf die lange Bank geschoben. Besser ist die Situation bei Werbefotografen, die 2020 noch gut ausgelastet waren mit Aufträgen ihrer Kunden. Doch für 2021 ist auch in diesem Segment mit Kürzungen von Budgets und damit keinen bzw. mit kleineren Aufträgen zu rechnen.
Hilfe fehlt
Dabei dürfen Fotografen seit dem Sommer unter Beachtung der vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen ihre Studios offenhalten. Das führe aber zu einer schwierigen Situation, denn die meisten Menschen würden das gar nicht wissen. So würden Aufträge erst gar nicht erteilt oder storniert. Gleichzeitig fallen die Fotografen bei vielen Hilfsmaßnahmen wie beispielsweise beim Umsatzersatz durch das Netz, weil sie ja nicht geschlossen haben. Die Unterstützung für indirekt betroffene Branchen sei die letzte Hoffnung, man müsse Eventfotografen, Hochzeitsfotografen und Schulfotografen berücksichtigen.


