Warum ein Fünftel der Gebäude-Typenscheine fehlerhaft sind

Markt / 25.01.2021 • 23:00 Uhr
Warum ein Fünftel der Gebäude-Typenscheine fehlerhaft sind
Manchmal werden Bauprojekte (Symbolbild) während der Errichtung in Teilbereichen verändert. Auch das beeinflusst den Energieausweis. FA/MEZNAR

Energieinstitut prüft Energieausweise nach Zufallsprinzip.

Dornbirn Vor mehr als zehn Jahren wurde der Energieausweis als Teil der Vorgabe der EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in Vorarlberg eingeführt. Mit diesem landläufig als “Gebäude-Typenschein” bezeichneten Dokument sollen der Energiebedarf und die Qualität der haustechnischen Anlagen von Häusern und Gebäuden dokumentiert werden. Zudem hängen nicht nur in Vorarlberg diverse Förderungen etwa aus dem Bereich Wohnbauförderung von den Kennzahlen des Energieausweises ab. Dazu kommt, dass ein Energieausweis auch Miet- oder Kaufpreise beeinflusst bzw. beeinflussen kann.

Mit der technischen Qualitätssicherung der von Energieauweis-Rechnern (z.B. Technische Büros) erstellten Energieausweise hat das Land Vorarlberg schon vor längerer Zeit das Energieinstitut beauftragt. Dabei werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bauprojekte vom Land dem Energieinstitut Vorarlberg zur Überprüfung und zum “Nachrechnen” übermittelt. Das erfolgt auch durch Vor-Ort-Besichtigungen der Bauprojekte.

Entspricht nicht dem Gebäude

Allem Anschein nach haben diese technischen Qualitätssicherungen ihre Berechtigung. Denn wie Energieinstitut-Geschäftsführer Josef Burtscher erklärt, würden rund 20 Prozent der überprüften Energieausweise nicht zu den darin beschriebenen Gebäuden passen. “Das ist der durchschnittliche Erfahrungswert der vergangenen Jahre. Wir empfehlen dann, diese Ausweise neu zu berechnen.” Nachdem die zu überprüfenden Bauprojekte und ihre Energieausweise nach dem Zufallsprinzip ausgesucht werden, könne man wahrscheinlich davon ausgehen, dass in Vorarlberg grosso modo etwa ein Fünftel aller Energieausweise aus welchem Grund auch immer inhaltlich nicht ganz korrekt seien.

Verschiedene Gründe

Die Gründe für eine notwendige Neuberechnung seien vielfältig, so Burtscher. “Da stimmen angegebene U-Werte nicht überein, da wurden größere oder kleinere Fenster eingebaut oder eine zusätzliche Tür kam dazu.” Oftmals falle auch eine zu geringe Dämmung auf. “Mitunter hat sich ein Bauprojekt seit der Einreichung im Zuge der baulichen Umsetzung etwas geändert. Auch das kann immer wieder vorkommen.” Allerdings könne eine Neuberechnung in beide Richtungen gehen: “Es kann auch den Fall geben, dass sich ein Gebäude als energetisch besser herausgestellt hat, als es der geprüfte Energieausweis vermuten lässt.”