Klimawandel wird auf Holz gebaut

Vorarlberger Hozbaukunst will Trend zu Nachhaltigkeit und Regionalität nutzen.
Alberschwende, Ludesch Am vergangenen Holzbautag hat die Interessengruppe Vorarlberger Holzbaukunst im Oktober den Generationenwechsel vollzogen. Die Gründerväter zogen sich zurück, eine komplett neue Mannschaft unter Obmann Werner Flatz, Holzbau Flatz, Alberschwende, wird künftig die Geschicke der Gruppe steuern. Wie, das wurde bei verschiedenen Treffen und damit verbundenem Strategieprozess in den vergangenen Wochen festgelegt, bei der Vision und Mission formuliert wurden.
Gute Auftragslage
Die Vorarlberger Holzbaubranche hat die Coronazeit bislang relativ erfolgreich gemeistert, die Auftragslage sei gut, doch sei man abhängig davon, wie sich jetzt der Tourismus entwickle, der einen hohen Anteil am Zimmererumsatz in Vorarlberg abdeckt. In die Hände spielt der Branche zum einen, dass der Holzbau auch im strengsten Lockdown arbeiten konnte, zum anderen aber auch, dass Bauherren verstärkt auf Nachhaltigkeit und Klimaneutralität Wert legen. Dinge, die der Holzbau ohne Zweifel erfüllen kann – kommt doch der nachwachsende Rohstoff zum größten Teil aus Vorarlberger Wäldern. “Der moderne Kunde fragt nach, wie regional und umweltschonend gebaut wird”, schildert Obmann Werner Flatz das Kundenverhalten.
Luft nach oben gibt es aber selbstverständlich. Etwa beim öffentlichen Bau und beim öffentlichen Wohnbau, erklärt das junge Führungsteam im Gespräch mit den VN. Dort wird den Zimmerern immer noch zu viel Camouflage betrieben, “Da werden auf einem Betonbau noch ein paar Lättle montiert, damit es nach Holz aussieht”, kritisieren sie die gängige Praxis. E5-Gemeinden sollen, so der Wunsch des Vorstands, überhaupt verpflichtet werden, in Holz zu bauen. Eine Neuorientierung ist notwendig, nimmt doch der Bau von Einfamilienhäusern – in der Vergangenheit das wichtigste Marktsegment – in Zukunft weiter ab.
Sanieren und verdichten
Interessant sei neben einem höheren Anteil im gemeinnützigen Wohnbau und bei Kommunalbauten die Sanierung und Nachverdichtung bestehender Gebäude. Dafür sei der Holzbau prädestiniert, verweisen die Holzbaukunst-Zimmerer auf gelungene Beispiele und die rasche Realsierung solcher Projekte, die von Zimmerern gut vorgefertigt schnell umgesetzt werden können.
Holzbau ist “Marke Vorarlberg”
Einen entsprechenden Platz fordern die Holzbauer auch unter dem Dach der Marke Vorarlberg. Schließlich sei der Holzbau im Land ein internationales Aushängeschild, das Jahr für Jahr sowohl Aufträge im Ausland lukriere als auch Menschen ins Land bringe. Vom Land wird außerdem Unterstützung für Exportförderung erhofft, der für die Betriebe seit Jahren immer wichtiger wird.
Holzbau 2010 bis 2020
Branchenumsatz von 85 Mill. auf 130 Mill. im Jahr 2019 (+ 50%)
Beschäftigte von 595 auf 800, + 150 Lehrlinge (weiter steigend)
Betriebe 121 auf 131
Vorstand neu Zimmerer Thomas Heiseler, Christian Bilgeri, Thomas Berchtold, Werner Flatz (Obmann), Manuel Feuerstein, Matthias Kaufmann, Benedikt Corn; Architekten und Ziviltechniker Johannes Kaufmann, Simon Metzler sowie der Tragwerksplaner Gordin Kley; Innungsmeister Zimmerer Herbert Brunner