Warum nur die Kunden nach Lockdown im Handel Schlimmeres verhindern können

Lockdown kostet Handel 40 Millionen Euro wöchentlich.
Schwarzach Die neuerliche Vollbremsung trifft den stationären Handel kurz vor Weihnachten besonders hart. Da sorgen auch die Versprechungen für einen Umsatzersatz nicht für Entspannung, im Gegenteil. Dass die Händler nicht wie die Gastronomie oder die körpernahen Dienstleister (z. B. Friseure, Masseure, Kosmetiker) 80 Prozent des Umsatzes ersetzt bekommen, sorgt für zusätzliche Sorgen und Gegenwehr, auch wenn Wirtschaftsforscher Martin Kocher vom IHS die Maßnahme verteidigt: “Es muss eine Staffelung der Hilfen geben, die Kosten wären sonst nicht zu tragen”. Im Vorarlberger Einzelhandel trägt man die Maßnahmen zwar mit, doch Versäumnisse gebe es keine zu beklagen. Harald Künzle, Sprecher des Möbelhandels in Vorarlberg und Geschäftsführer Reiter Design, ist ratlos: “Ich hätte nie gedacht, dass wir nochmals schließen müssen, speziell nachdem wir alle möglichen Maßnahmen in unseren Geschäften getroffen und befolgt haben.” Er hofft auf solidarische Kundschaft, um das endgültige Aus vieler Händler zu verhindern: “Ich würde mich sehr freuen, wenn die Kunden dem stationären Handel die Treue halten und nicht gleich online einkaufen und abwandern.”
„Der Lockdown im Handel ist eine Katastrophe, jetzt, wo das Weihnachtsgeschäft anläuft. “
Walter Simma, GeschäftsführerZimbapark
Auch der Geschäftsführer des Einkaufszentrums Zimbapark, Walter Simma, appelliert an die Kunden: “Warten Sie mit Ihren Weihnachtseinkäufen, bis der stationäre Handel wieder öffnet. Das ist für Österreichs gesamte regionale Wirtschaft und die Erhaltung der Arbeitsplätze von enormer Wichtigkeit!” Den Lockdown der ab Dienstag gilt, sei im Handel “eine Katastrophe, gerade jetzt wo das Vorweihnachtsgeschäft für die Händler anläuft.”
„Ich hoffe sehr, dass die Kunden nicht gleich online einkaufen und abwandern.“
Harald Künzle, Geschäftsführer Reiter Design
In Vorarlberg kostet der Lockdown dem Nonfood-Handel pro Woche laut Experten rund 40 Millionen Euro. Manfred Böhmwalder, Obmann der Wirtschaft amKumma, der ebenfalls auf die Solidarität mit dem stationären Handel hofft, erwartet sich “dass die Ausgleichszahlungen des Bundes hier nach oben angepasst werden. Mein Appell geht an Landesregierung und Wirtschaftskammer, sich vehement dafür einzusetzen”.