Vorarlberger Industrie will schnelles Freitesten ermöglichen

Markt / 20.10.2020 • 10:35 Uhr
Vorarlberger Industrie will schnelles Freitesten ermöglichen
Von der heimischen Industrie kommen derzeit positive wie negative Signale. VN/STEURER

Mehr Optimismus bei den Unternehmen, aber Entwicklung selbst innerhalb der Branchen sehr unterschiedlich.

Lustenau Alle drei Monate werden die Vorarlberger Industrieunternehmen zur Geschäftslage und Zukunftsaussichten befragt. In Coronazeiten ist das besonders spannend. Wie optimistisch sind die heimischen Betriebe? Sehen sie Licht am Ende des Tunnels?

39 Vorarlberger Unternehmen mit über 24.000 Beschäftigten haben sich an der aktuellen Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung (IV) Vorarlberg und der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer im dritten Quartal 2020 beteiligt.

Erfreulich: Der Geschäftsklimaindex, also der Mittelwert der Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage und jener in sechs Monaten, wechselt nach dem beispiellosen Absturz im ersten Halbjahr 2020 vom Negativen ins Positive.

Denn derzeit werden im Schnitt die Geschäftslage, der Auftragsbestand und die Auslandsaufträge deutlich positiver eingeschätzt, als noch vor einigen Monaten.

Vorarlberger Industrie will schnelles Freitesten ermöglichen

Allerdings sind die Auswirkungen der Coronakrise auf die Betriebe recht unterschiedlich. Während knapp über die Hälfte der Industrieunternehmen (54 Prozent) die aktuelle Geschäftslage und den derzeitigen Auftragsbestand (53 Prozent) als gut einstufen, schätzen 16 Prozent die derzeitige Geschäftslage und 12 Prozent den Auftragsbestand als schlecht ein. „Selbst innerhalb der Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede“, sagt IV-Geschäftsführer Mathias Burtscher. Betriebe, die beispielsweise stark mit dem Tourismus verbunden sind, von Neu- und Folgeaufträgen abhängig sind oder einen hohen Dienstleistungsanteil in den Absatzmärkten anbieten, seien eindeutig stärker betroffen. „Dort wirken sich Reisebeschränkungen und Unsicherheiten auf ihren Absatzmärkten überproportional negativ aus.”

Zurückhaltend sind die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. 84 Prozent der Industriebetriebe sehen eine etwa gleichbleibende Entwicklung, von einer günstigeren Geschäftslage sprechen nur neun Prozent. Und sieben Prozent geben an, dass sie ihren Beschäftigtenstand in drei Monaten abbauen müssen. Für Burtscher gilt es deshalb, „gemeinsam am Comeback der Industrie zu arbeiten”. Wie das aussehen soll?

Freitesten ermöglichen

Die meisten Ansteckungen passieren im privaten Bereich und nicht im Arbeitsumfeld. Es gilt daher, wesentliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wie Schulen und die Wirtschaft unbedingt aufrechtzuerhalten“, so der IV-Geschäftsführer. Gleichzeitig müsse ein neuerlicher Lockdown verhindert werden. Dringend sei nun auch, dass ein freiwilliges Freitesten ermöglicht werde. Dadurch könne die Zahl der Personen in Quarantäne möglichst gering gehalten sowie Quarantänezeiten verkürzt werden.