Deshalb wird es bei der Huber-Sanierung nochmals spannend

Ehemaliger Vorstandschef hat Rekurs gegen Sanierungsplan eingebracht.
Götzis, Innsbruck Ende August 2020 wurde der Fortbestand der aus vier Firmen bestehenden insolventen Textilgruppe Huber in Götzis verkündet. Die fast 450 Gläubiger hatten sich zuvor mit der Huber-Gruppe auf ein zweijähriges Sanierungsverfahren mit einer Quote von 30 Prozent geeinigt. Jetzt allerdings wird es rund um diese millionenschwere Insolvenz noch einmal spannend. Denn wie aus der Insolvenzdatei hervorgeht, wurde gegen den bestätigten Sanierungsplan der Huber Holding AG vor wenigen Tagen ein Rekurs eingebracht. Der Sanierungsplan wird damit vorerst nicht rechtskräftig.
Der Rekurs stammt vom ehemaligen Huber-CEO Martin Zieger, der zwischen 2015 und 2017 die Geschicke des Unternehmens leitete. Er schied nach weniger als zwei Jahren aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung der Gruppe aus der Vorstandsfunktion aus.
Anwalt bestätigt Rekurs
Rechtlich vertreten wird Martin Zieger von der Wiener Anwaltskanzlei Prchal Rechtsanwälte. Anwalt Robert Prchal bestätigt, dass Martin Zieger rund um das Sanierungsverfahren der Huber Holding AG einen Rekurs eingebracht habe. Weitere Informationen wolle man aufgrund des laufenden Verfahrens derzeit nicht bekannt geben.
Über den Rekurs wird das Oberlandesgericht Innsbruck als zuständiges Rekursgericht entscheiden. Es ist nach Ansicht von Insolvenzrechtsexperten mit einer etwa einmonatigen Verfahrensdauer zu rechnen. Auf das laufende Alltagsgeschäft der Huber Holding AG habe der Rekurs aktuell noch keine Auswirkungen. Sollte dem Rekurs allerdings stattgegeben werden, dann habe die Huber Holding AG ein wirkliches Problem, heißt es.