Warum für die EHG das Resultat der Pandemie noch nicht auf dem Tisch liegt

Stahl- und Metallgroßhändler erwartet 15 Prozent weniger Absatz.
Dornbirn Der Stahl- und Metallgroßhändler EHG erwartet für das Geschäftsjahr 2020 einen mengenmäßigen Absatzrückgang von etwa 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie die Geschäftsführer Markus Lutz und Stefan Girardi erklären, beruhe diese Prognose auf den Erfahrungen der vergangenen sechs Monate und dem gegenwärtigen Bestellverhalten der Kunden. Sie gelte unter der Voraussetzung, dass keine weiteren schwerwiegenden Eingriffe in das Wirtschaftsleben mehr kommen.
Im Vorjahr kam die EHG-Gruppe (Konzernabschluss) auf einen Umsatz von 194 Millionen Euro. Ein reiner Vergleich von Umsatzzahlen macht bei einem Stahl- und Metallgroßhändler wenig Sinn. Das Geschäftsvolumen wird maßgeblich von der nicht beeinflussbaren internationalen Preissituation bei Stahl und Metall bestimmt. “Die Preise sind derzeit auf denkbar tiefem Niveau.” Prognosen hinsichtlich der Ertragssituation für 2020 wollte das Management aufgrund der derzeitigen Unabwägbarkeiten nicht abgeben. Mit einer Eigenkapitalquote von fast 67 Prozent (2019) steht das Unternehmen unterdessen auf festen Beinen.
Der Stahl- und Metallgroßhändler hat aufregende sechs Monate in vollem Krisenmodus hinter sich. Und die EHG-Geschäftsführung geht davon aus, dass das Resultat der Pandemie noch nicht auf dem Tisch liegt. Man sei weit entfernt von einer Normalisierung, die Planbarkeit nehme stark ab und die Unvorhersehbarkeit deutlich zu. “Wir haben die Befürchtung, dass viele unserer Kunden die konjunkturellen Auswirkungen erst noch zu spüren bekommen werden.”
Bis Ende des Jahres soll die 30 Millionen Euro schwere Erweiterung am Stammsitz abgeschlossen sein. Dadurch steigen die Lagerkapazitäten um etwa 40 Prozent.