Wie Wolford gegen wirtschaftliche Laufmaschen kämpft

Bregenzer Textilunternehmen kämpft mit Corona und hofft auf nächstes Jahr.
Bregenz Noch im heurigen Frühjahr legte der Vorarlberger Strumpf- und Unterwäschehersteller die Basis für die weitere Entwicklung. Durch den Verkauf des Firmensitzes an Nachbar Blum Beschläge konnten alle Schulden beglichen werden. Das zahlt sich jetzt aus, denn die Coronakrise belastet das Unternehmen heuer schwer. Auch wenn 350.000 der eigenproduzierten Schutzmasken 5,1 Millionen Euro in die Kasse spülten, wird der Textiler, der sich mehrheitlich in Händen des chinesischen Fosun-Konzerns befindet, heuer ein dickes Minus in der Bilanz haben, wie Wolford in einer Adhoc-Meldung mitteilt.
Verluste verringert
“Die Folgen der Covid-19-Krise waren im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 mit einem Umsatzeinbruch von 10,9 Millionen Euro drastisch und sind im aktuellen Geschäftsjahr 2020/21 mit einem Umsatzverlust von 15,5 Millionen Euro per 31. August 2020 noch nicht überstanden.” Immerhin: Die Verluste haben sich in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres kontinuierlich verringert.
Online-Plus
Erfreulich auch die Entwicklung im digitalen Geschäft. Der Onlinevertriebskanal von Wolford erwies sich in den Monaten Mai bis August als Wachstumsmotor. Der Umsatzanteil konnte um rund 58 Prozent gesteigert werden, auf aktuell einen Anteil von 25 Prozent am Umsatz der Strumpf- und Unterwäschespezialisten aus Bregenz, der – wie die VN berichteten – im November neue Wege beschreitet und eine erste gemeinsame Sportswear-Kollektion (sog. Kapselkollektion) mit Adidas auf den Markt bringt. Allerdings konnte das stark gewachsene Onlinegeschäft die Umsatzausfälle in anderen Bereichen, z. B. den Wolford Shops, nicht komplett auffangen.
Restrukturierungsprogramm
Abgemildert wird das Loch in der Kasse auch durch Einsparungen, die bereits im Sommer angekündigt wurden. Die Umsatzverluste konnten im operativen Ergebnis (EBIT) vor allem mit Hilfe der Kostenreduzierungen durch das erweiterte Restrukturierungsprogramm, vor allem bei Mieten, Einkauf und durch einen Personalabbau sowie durch das Ausschöpfen der Coronastaatshilfen weitestgehend aufgefangen werden. Insgesamt konnte das EBIT im aufgelaufenen Geschäftsjahr per 31. August 2020 um rund drei Millionen Euro (22 Prozent) gegenüber dem Vorjahr verbessert werden (Mai bis August 2020: minus 10,8 Mill. Euro im Vergleich zu Mai bis August 2019: minus 13,8 Mill. Euro.).