Besucherdebakel bei der Herbstmesse

Nur 11.929 Besucher bei der Herbstmesse, Entscheidung zur Abhaltung war aber richtig, so Tichy-Treimel.
Dornbirn Zuletzt war der Druck zu groß. Eine Landtagsanfrage des FPÖ-Klubchefs Christof Bitschi tat ein übriges. Zehn Tage nach Beendigung der Dornbirner Herbstmesse wurden von Messe-Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel nun doch die Besucherzahlen bekannt gegeben: „Wir wollten die zehntägige Inkubationszeit abwarten, bevor wir Bilanz ziehen“, erklärt sie die verzögerte Bekanntgabe. 11.929 Besucher wurden gezählt, zwei Drittel bezahlten regulär Eintritt, ein Drittel, darunter hauptsächlich V-Card-Inhaber, nicht. In einem normalen Jahr werden rund 70.000 Besucher gezählt. Auch wenn das deutlich weniger sind als gehofft, gibt es doch einen erfreulichen Aspekt: Kein einziger Besucher, kein Mitarbeiter und kein Aussteller infizierte sich mit Covid-19. Sicher ist auch, dass Tichy-Treimel die Veröffentlichung der Zahlen nicht ohne Absprache mit den Eigentümern, zuvorderst Land Vorarlberg und Stadt Dornbirn, zurückgehalten hat. Bei der Aufsichtsratssitzung gab es nun grünes Licht.
„So lange die Maßnahmen gelten, gibt es auch keine Konzerte und Großveranstaltungen.“
Sabine Tichy-Treimel, Geschäftsführerin Dornbirner Messe
Von Anfang an sei klar gewesen, dass die üblichen Zahlen bei dieser Messe nicht erreicht werden können, so die Geschäftsführerin. Ihr und den Gesellschaftern war, wie im Vorfeld der Ausstellung zahlreiche Wortmeldungen vom Landeshauptmann abwärts zeigen, klar, dass man ein positives Zeichen setzten wollte für die Wirtschaft, für die Bevölkerung und für den Standort. Man habe deshalb ein Sicherheitssystem entwickelt, das, wie sich zeigt, auch zu hundert Prozent funktioniert hat. Dass Land Vorarlberg und Stadt Dornbirn zum Funktionieren ein Sicherheitssystem mit beigesteuert haben, das 180.000 Euro gekostet hat, ficht Tichy-Treimel nicht an. Allerdings müsse man dies als langfristige Investition sehen, denn in Zukunft werde man das auf jeden Fall brauchen. „Das haben wir schon vor Corona angedacht. Dass damit jeder Messebesucher mit gut 18 Euro subventioniert worden sei, könne also nicht behauptet werden.
Auch wenn heute noch nicht klar ist, wann die nächste Messe stattfinden kann, ist sicher, dass die Sicherheitseinrichtungen dann wieder zum Einsatz kommen. Obwohl die Messe gezeigt habe, dass eine sichere Durchführung möglich ist, habe man aufgrund der orangen Ampel für heuer alle Messen absagen müssen. Die 34 Mitarbeiter sind ab 1. Oktober wieder in Kurzarbeit, Kündigungen gebe es keine, informierte die Messechefin. Die Coronaturbulenzen sorgen für einen Umsatzeinbruch von 50 Prozent. Den Ausstellern werden außerdem Reduktionen auf die Standmieten gewährt.