Deshalb gibt es einen Bonus für neue Lehrstellen

Land Vorarlberg stellt rund eine Million Euro für Ausbildung Jugendlicher zur Verfügung.
Bregenz Rund 800 Lehrstellen sind in Vorarlberg derzeit offen, etwa 500 junge Menschen suchen noch einen Ausbildungsplatz. Doch so einfach eine Milchmädchenrechnung wäre, ist die Sache nicht so einfach. Denn bei den 800 Lehrstellen ist nicht unbedingt der Wunschberuf der Schulabgänger dabei. Besonders große Chancen hat man, wenn man am Bau die Berufskarriere beginnen will, da kommen auf vier Lehrstellensuchende zehn freie Ausbildungsplätze. Noch besser stehen die Chancen im Tourismus, auf zwei Ausbildungswillige kommen zehn freie Stellen, berichtet AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter. Und Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler hofft, dass man im Zuge der verstärkten Berufsberatung einige für die angebotenen Lehrstellen begeistern kann.
Ausbildungsgarantie
Das ist aber nur eine Maßnahme, um die Jugendlichen in die Lehre zu bringen. Auf Vorschlag des Stabs der Vorarlberger Wirtschaft wird es ab sofort einen Vorarlberg-Bonus für neue Lehrstellen geben für Jugendliche, die aufgrund mangelnder schulischer Kenntnisse weniger Chancen am Lehrstellenmarkt haben. 5000 Euro zusätzlich zu bereits anderen Förderungen sollen den Betrieben die Entscheidung erleichtern, berichtet Landeshauptmann Markus Wallner bei der Präsentation der Maßnahme, die außerdem eine Förderung von 2500 Euro bietet, wenn die Firmen einen neuen Ausbildungsplatz für Jugendliche schaffen, die sich derzeit in einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum bilden. Summa summarum rechnet das Land mit Kosten von rund einer Million Euro für den Bonus.
„Es geht um nichts weniger, als den Jugendlichen eine berufliche Zukunft zu ermöglichen.“
Marco Tittler, Wirtschaftslandesrat
Wirtschaftslandesrat Marco Tittler verweist auf den hohen Stellenwert der Lehre, betont aber auch, dass es dem Land ernst mit dem Versprechen sei, jedem jungen Menschen Beschäftigung und Ausbildung zu garantieren, auch in herausfordernden Zeiten. Der Vorarlberg-Bonus ist aber nicht die einzige Maßnahme für Menschen, die Arbeit suchen. AMS-Chef Bereuter hält ein Plädoyer für die berufliche Bildung und Weiterbildung und weist auf die zahlreichen Angebote hin und die Möglichkeit, die ebenfalls zusammen mit dem Land geschaffen wurde, für individualisierte Weiterbildungen mehr Geld als vor Corona vorgesehen war, in die Hand zu nehmen.
Der AMS-Chef weist auf die momentan gute Entwicklung am Arbeitsmarkt hin. Seit Anfang September ist die Arbeitslosigkeit um 9,2 Prozent auf 11.700 Arbeitsuchende gesunken. Auch die Kurzarbeit ist weiter zurückgegangen. Derzeit befinden sich noch 26.137 Menschen in Kurzarbeit. Wie sich der Herbst weiterentwickelt, sei allerdings fraglich, sagt er mit Verweis auf die weitere Coronaentwicklung.