Rhomberg schafft höchsten Umsatz der Firmengeschichte

Markt / 18.09.2020 • 17:25 Uhr
Ab sofort unterstützen zwei Roboter der Firma Boston Dynamics die Mitarbeiter von Rhomberg Sersa Rail auf ihren Baustellen. <span class="copyright">Rhomberg Sersa Rail</span>
Ab sofort unterstützen zwei Roboter der Firma Boston Dynamics die Mitarbeiter von Rhomberg Sersa Rail auf ihren Baustellen. Rhomberg Sersa Rail

Corona-Lockdown nur als Streifschuss in der Bilanz. Wachstum im Bau- und im Bahnbereich.

Bregenz Die Rhomberg Gruppe schließt das vergangene Geschäftsjahr 2019/20 mit einem Umsatzplus von knapp vier Prozent. Beide Geschäftsbereiche Bau und Bahntechnik trugen zum Wachstum und damit zum Umsatz von insgesamt 782,5 Millionen Euro bei. Es ist der höchste Umsatz der Firmengeschichte, wie Geschäftsführer Ernst Thurnher betont. Wachstum gab es auch bei den Mitarbeitern und bei den Investitionen.

Gute Eigenkapitalquote

Und Corona? Da der Bilanzstichtag der 31. März war, schlug sich der Lockdown „noch nicht nennenswert“ in den Zahlen nieder. Ein Streifschuss, so Thurnher. Das werde sich im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 aber ändern. „Das ursprüngliche Umsatzziel werden wir nicht schaffen. Wir rechnen aber damit, dass wir den Umsatz von 2019/20 erreichen werden.“ Mit einer Eigenkapitalquote von 43 Prozent habe man aber ein gutes Fundament für unsichere Zeiten.

Den Fokus will Rhomberg vor allem auf zwei Bereiche legen. Zum einen auf das leistbare und sozialgerechte Wohnen und ressourcenschonende Materialien. Hier habe der Holzbau hinsichtlich Vorfertigung und Systematisierung großes Potenzial. Mit dem neuen System namens WoodRocks könne man mehrgeschossige Wohnanlagen in Rekordzeit errichten. Ein Projekt in Wien steht bereits in den Startlöchern. Und weil sich Bauland weiter verknappt liegt der zweite Fokus auf der Nachnutzung von Industriegebäuden, Ersatzneubauten, Sanierungen sowie der Entwicklung von Quartieren.

Wichtig für das Unternehmen ist auch der Steinbruch Hohenems. Hier will man an den Erweiterungsplänen festhalten. „Dadurch haben wir durchschnittliche Transportwege von sieben Kilometer, österreichweit sind es 30 Kilometer“, verdeutlicht Thurnher.

Zwei Großaufträge

Im Bereich Bahntechnik verweist Geschäftsführer Hubert Rhomberg auf zwei Großaufträge. Ab 2021 wird in einer Arge mit Porr eine Teilstrecke der Koralm-Bahn errichtet. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 160 Millionen Euro. Zudem ist man in Deutschland am Bau der Strecke Wendlingen-Ulm beteiligt. „Auch der Green Deal der EU wird wichtige Impulse für das Bahngeschäft bringen“, ist Rhomberg überzeugt.

Angekommen im Bahnbereich ist auch die Digitalisierung. So werden Baufelder bereits vorab per Drohne erfasst oder RFID-Chips in Bahnschwellen eingebaut, um die spätere Wartung zu erleichtern. Auch Baustellenroboter sind im Einsatz. Sie erleichtern die Vermessung und helfen, den Baufortschritt zu kontrollieren. Deshalb sucht die Rhomberg Gruppe neben Baufachleuten nun auch verstärkt IT-Fachkräfte.

Gleis unter die Erde

Covid19 trifft das Unternehmen vor allem hinsichtlich verzögerten Bauverhandlungen und Investitionsstopps bei Kunden. Die Krise sieht Hubert Rhomberg aber auch als Chance. Die Investitionen in Zukunftstechnologien hätten sich als goldrichtig erwiesen.“ Ein wichtiger Weg seien auch Partnerschaften. „Zusammen wissen wir mehr als alleine. Wenn jeder sein Wissen teilen würde, könnten wir auch globale Probleme schneller lösen.“ Und was hält der Bau- und Bahnexperte von der Diskussion um die Bahn in Bregenz? „Meine Meinung als Bürger ist, das Gleis muss unter der Erde verschwinden. Der Neubau des Bahnhof verhindert das nicht.”