So soll der Standort Vorarlberg jetzt gestärkt werden

Markt / 16.09.2020 • 19:30 Uhr
So soll der Standort Vorarlberg jetzt gestärkt werden
Der Stab der Wirtschaft beschäftigt sich in regelmäßigen Sitzungen mit der aktuellen Situation in der Wirtschaftskrise.  WKV/MATHIS

Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler fordert Reformkurs für das Land.

Feldkirch Im Frühjahr wurde bei der Wirtschaftskammer Vorarlberg gewählt, zahlreiche neue Interessenvertreter haben inzwischen ihr Amt angetreten. Doch mit dem Aufbruch, der für die Zeit nach der Wahl angekündigt wurde es vorerst nichts. Die Coronapandemie hat buchstäblich alle Kräfte der Arbeitgebervertretung in den vergangenen Monaten gebunden. Mehr als 70.000 Anrufe zusätzlich zu Mails mussten bearbeitet werden, berichtet Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler. Dass Unternehmer dennoch nicht immer zufrieden sind, liege nicht an der Wirtschaftskammer, sondern an der Regierung. „Wir müssen uns an die Vorgaben halten.“

Stab der Wirtschaft

Reagiert habe man auch mit dem Stab der Vorarlberger Wirtschaft, der regelmäßig tagt und wichtige Weichen stelle, etwa beim Thema Lehre, aber auch das Wort erhebe, wenn die in Wien getroffenen Entscheidungen den Mitgliedsbetrieben Schwierigkeiten bereite. Außerdem hat jetzt jede Sparte einen Covidbeauftragten, außerdem wurden für die Betriebe Handbücher zum Umgang mit der Coronapandemie entwickelt.

„Wir haben für die Marke das Fundament gelegt, jetzt müssen wir das ganze Haus bauen.“

Hans Peter Metzler, Wirtschaftskammerpräsident

In Sachen Corona kritisiert er konkret das Gesundheitsministerium, das den Rechtsrahmen nicht im Griff habe, in vielen Bereichen fehle die Rechtssicherheit, außerdem ändern sich die Vorschriften oft im Tagestakt. „Es hilft auch nicht, wenn man die Ampel von Grün gleich auf  Orange stellt“, so der Hotelier, der deshalb auch im eigenen Betrieb mit Stornierungen verunsicherter Gäste zu kämpfen hat, zur aktuellen Entwicklung. Auch die Informationspolitik zwischen Politik und Wirtschaft laufe, da spricht er konkret die Ampelschaltung zu Wochenbeginn an, nicht optimal, da erwarte er auch von der Landesregierung Verbesserungen in der Kommunikation.

Die Krise habe aber einmal mehr gezeigt, wo es auch im Land Defizite gebe. Einmal mehr ist es die Bürokratie, die entschlackt werden soll. „Die Deregulierungskommission muss jetzt schnell aufgestellt werden und schnell Ergebnisse liefern“, sagt der oberste Interessenvertreter der Wirtschaft und weist darauf hin, dass viele Beamte auch in Coronazeiten Betriebe drangsaliert haben, als ob sie nicht in einer Ausnahmesituation wären. So sei auch die Zeit von Verfahren für Betriebserweiterungen „dramatisch lang“. Alles was man nicht brauche, müsse jetzt weg. Jetzt sei die richtige Zeit dafür – „wenn nicht jetzt, wann dann?“.

Eigene Struktur für Marke

Nägel mit Köpfen will Metzler jetzt auch bei der Marke Vorarlberg machen. „Wir haben das Fundament gelegt, jetzt muss das ganze Haus gebaut werden.“ Es gehe nicht an, dass man das Projekt einfach bei der Wirtschaftststandort Vorarlberg dazupacke, die schon jetzt viele Aufgaben habe. „Da braucht es eine eigene Struktur“, will heißen ein eigenes Team, das sich um dieses wichtigste Zukunftsprojekt Vorarlbergs kümmere. Wie das funktioniere, könne man mit einem Blick ins Tirol oder nach Südtirol sehen. Oder beim Wirtschaftskammer-eigenen Zukunftsprojekt Dis.Kurs Zukunft Vorarlberg. „Da haben wir wichtige Themen, etwa die Gebäudeökologisierung im eigenen Bereich umgesetzt, auch die Digitale Lernfabrik im Wifi sei ein Beispiel dafür, ebenso die Stärkung der Lehre und Berufsinformation, die personell ausgebaut wurde. Metzler: Für weitere Projekte gebe es eine konkrete Agenda, die nun umgesetzt werde.