Warum die Investitionsprämie kein Anreiz ist

Markt / 11.08.2020 • 07:00 Uhr
Warum die Investitionsprämie kein Anreiz ist
Hirschmann-Automotive-Chef Volker Buth: “Investieren kann ein Unternehmen nur, wenn der Markt es verlangt, nicht wegen einer Förderung.” VN/STIPLOVSEK

Wirtschaftsministerin Schramböck rechnet mit Wachstumsimpuls.

Wien, schwarzaCH Für Unternehmen, die in der Krise investieren, hält die Regierung nun eine Prämie parat. Die Details für diese sogenannte Investitionsprämie stehen fest. Eine Beantragung sei damit ab 1. September über die staatliche Förderbank aws möglich, teilte das Wirtschaftsministerium am Montag mit. Die Prämie von sieben Prozent – oder 14 Prozent, wenn die Investition im Zusammenhang mit Digitalisierung, Ökologisierung, Gesundheit und Life Science steht – soll helfen, dass Unternehmen ihre Investitionen trotz der Coronakrise nicht aufschieben. Während die Pharmaindustrie große Hoffnungen in die Prämie setzt, kritisiert die Autoindustrie die Maßnahmen als „völlig wirkungslos“, weil klimaschädliche Investitionen von der Prämie ausgeschlossen sind.

Als Förderung positiv

Fest steht, dass die Prämie, so sie nicht mit den bereits bekannten bürokratischen Hürden behaftet ist, auch von zahlreichen Vorarlberger Firmen in Anspruch genommen wird. Die verschiedenen Wirtschaftsverbände in ganz Österreich – ausgenommen die Autoindustrie, die kritisiert, dass nur Elektromobilität gefördert werde  – begrüßten die Maßnahme jedenfalls unisono als wichtige Maßnahme, um in der herrschenden Coronawirtschaftskrise den Konjunkturmotor wieder zum Laufen zu bringen.

Die Prämie soll auch für Klein- und Mittelunternehmen wichtige Impulse bringen, da bereits Investitionen ab 5000 Euro berücksichtigt werden. Allerdings, so ist aus den Unternehmen zu hören, wird nicht wegen der Prämie investiert, sondern wegen der Erfordernisse am Markt.

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Ein Anreiz ist es schon, aber sicher nicht der Grund für unsere Investionen. Wir können nicht wegen Zuschüssen investieren, sondern nur, wenn es der Markt verlangt. Solche Förderungen können nur ein temporär eingesetztes Mittel sein, um Firmen zu unterstützen. Volker Buth, CEO Hirschmann Automotive

Extra wegen der Prämie würden wir nicht investieren, aber sie würde uns die Entscheidung erleichtern. Wir werden sie auf jeden Fall für die geplanten Investitionen beantragen. Sehr ambitioniert finde ich die Staffelung der Investitionsprämie. Markus Comploj, GF Getzner, Mutter & Cie Beteiligungsgesellschaft, Sprecher Industrie

Alle Maßnahmen sind sinnvoll, wenn sie unsere Handwerksbetriebe unterstützen. Allerdings bin ich etwas zurückhaltend, weil die bisherigen Förderungen viel Ungemach erzeugten. Die Antragstellung darf kein bürokratischer Hürdenlauf sein.  Bernhard Feigl, Geschäftsführer Glas Marte, Sprecher Handwerk und Gewerbe