Bund knausert bei Förderung für Forschung in Vorarlberg

Trotzdem starke Steigerung von Forschung und Entwicklung im Land.
Bregenz Innovation ist für die Wirtschaft weltweit eine der wichtigsten Zutaten für nachhaltigen Erfolg. Deshalb hat das Land vor fünf Jahren die Wissenschafts- und Forschungsstrategie 2020+ (WiFo2020+) für den Wirtschaftsstandort entwickelt. Nun haben Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink Bilanz gezogen und die weiteren Pläne vorgestellt. Bei den öffentlichen als auch bei den betrieblichen Forschungsausgaben konnte Vorarlberg in den letzten Jahren kräftig zulegen. Laut den aktuellsten Daten der Statistik Austria für das Jahr 2017 (veröffentlicht im Sommer 2019) wurden in Vorarlberg in Summe 314,7 Millionen Euro investiert, um 29 Prozent mehr als 2013.
24 Prozent Steigerung
In Relation zur (ebenfalls gestiegenen) Bevölkerungszahl haben die F&E-Ausgaben pro Kopf und Jahr in Vorarlberg in diesem Zeitraum von 652,2 auf 806,3 Euro zugenommen, also um knapp 24 Prozent. „Nun gilt es die Wirtschaft zu unterstützen und zu ermutigen, trotz Schwierigkeiten durch die Coronakrise die Forschungsbemühungen nicht abreißen zu lassen. Es ist wichtig, die Innovationskraft zu halten und dadurch wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Wallner. Besonderes Augenmerk gelte den Bereichen Digitalisierung und Umwelttechnologie.
„Weitere Forcierung von Aktivitäten in Forschung und Entwicklung ist für den Standort essenziell.“
Barbara Schöbi-Fink, Landesstatthalterin
Einen Wermutstropfen gibt es aber dennoch. Vom Bund konnte das Land Vorarlberg in den vergagenen Jahren nur in sehr geringem Umfang F&E-Finanzierungen generieren, denn diese fließen nach wie vor hauptsächlich in die Universitätsstandorte. Kein anderes Bundesland erhält weniger Bundesmittel, selbst das Burgenland kann sich vor Vorarlberg einreihen. Dass es bisher nicht gelungen ist, diesen Anteil zu steigern, ist für Landesstatthalterin Schöbi-Fink denn auch der einzige, wenn auch gravierende negative Punkt in der Evaluierung der WiFo2020+. Schöbi-Fink verspricht, auf Gespräche in Wien zu drängen, damit auch die forschungsstarken Fachhochschulen künftig mehr Bundesmittel erhalten. Die an der Evaluierung beteiligten Fachleute sind sich indes einig, dass alle Ziele der Strategie auch künftig von hoher Relevanz bleiben.