Geld ethisch korrekt anlegen: „Investieren ist mehr als nur spenden“

Markt / 14.06.2020 • 19:00 Uhr
Geld ethisch korrekt anlegen: „Investieren ist mehr als nur spenden“
Die Kaffeebauernkooperative FAPE Cafe in Ecuador ist eines der erfolgreichen Projekte, in das die Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit mit Erfolg investiert. FA

Die Genossenschaft Oikocredit hat in Vorarlberg immer mehr Anhänger.

Feldkirch, Wien „Investieren statt spenden.“ So könnte man die Philosophie der internationalen Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit, bei der Privatpersonen sowie Institutionen ihr Geld ethisch korrekt anlegen können, auf einen einfachen Nenner bringen. Ein Schwerpunkt von Oikocredit ist die Finanzierung von Mikrokreditprogrammen, um einkommensschwache Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu unterstützen und Jobs zu schaffen. Gerade in Zeiten von Corona will Oikocredit weiterhin als verlässlicher Partner helfen, denn Menschen in den Ländern des Südens werden mit noch größerer Wucht von der Krise getroffen als Menschen in den Industrieländern.

230 Vorarlberger Anleger

Es ist eine Idee, die auch in Vorarlberg immer mehr Anhänger findet. Derzeit gibt es im Land 230 Anleger, die rund fünf Millionen Euro investiert haben. Österreichweit sind es etwa 6500 Anlegerinnen und Anleger, die 134 Millionen Euro für die Projekte von Oikokredit finanzieren. Weltweit gesehen liegt der Stand an Projektfinanzierungen laut Rechenschaftsbericht 2019 bei 1,06 Milliarden Euro, die von 59.000 Investoren weltweit kommen.

„Ich kann durch mein Investment auf eine unkomplizierte Art etwas bewegen.“

Benjamin Bildstein, Weltklassesegler

Auch der Wolfurter Weltklassesegler Benjamin Bildstein – er führt derzeit zusammen mit David Hussl die Weltrangliste in der olympischen 49er-Klasse an – ist ein überzeugter Anleger und Unterstützer  der Genossenschaft, die 1975 vom Weltkirchenrat ins Leben gerufen wurde. „Als Segelsportler sehe ich viel von der Welt, eben auch Armut. Mit Oikocredit kann ich wirksame Hilfe zur Selbsthilfe leisten, und das gefällt mir“, so Bildstein, der die Idee von Oikocredit auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.

„An der Idee von Oikocredit gefällt mir, dass ich Rücklagen, die ich zurzeit nicht benötige, für einen sinnvollen Zweck zur Verfügung stelle, ,arbeiten‘ lasse. Damit können dann Menschen wirtschaften und ein kleines Geschäft aufbauen, um sich und ihrer Familie eine Existenz zu sichern“, sagt der langjährige Leiter des Bildungshauses St. Arbogast, Josef Kittinger.