Kein Favorit im Rennen um Chefsessel bei der österreichischen Industriellenvereinigung

Markt / 07.06.2020 • 21:00 Uhr
Kein Favorit im Rennen um Chefsessel bei der österreichischen Industriellenvereinigung
Martin Ohneberg gilt als einer der Favoriten um den Chefsessel der Industriellenvereinigung. VN/PAULITSCH

Ex-Voest-Chef Wolfgang Eder tritt gegen die Landes-IV-Chefs Georg Knill (IV Steiermark) und Martin Ohneberg (IV Vorarlberg) an.

Wien, Bregenz Die Wahl eines neuen Präsidenten für die einflussreiche Industriellenvereinigung (IV) rückt näher. Nach 25 Jahren gibt es am Freitag in einer Woche (19. Juni) erstmals wieder eine Kampfabstimmung – und diese ebenso erstmals mit einem Kandidaten-Trio. Wer aus diesem Trio allerdings der Favorit ist, gilt als völlig offen.

Ex-Voest-Chef Wolfgang Eder tritt gegen die Landes-IV-Chefs Georg Knill (IV Steiermark) und Martin Ohneberg (IV Vorarlberg) an. Selbst beste Kenner der Szenerie halten jeden dieser Männer – Betonung auf Männer, denn die IV hatte in ihrer Geschichte noch nie eine weibliche Präsidentin und das wird auch so bleiben – als künftigen Industrie-Präsidenten für möglich. Als realistisch gilt, dass es zu einer Stichwahl kommt, also keiner der drei Kandidaten gleich die 50-Prozent-Hürde überspringt.

“Man kann nicht sagen, wer sich durchsetzen wird. Jeder hat seine Seilschaften”, sagte ein Kenner zur APA. “Es handelt sich jedenfalls um drei sehr außergewöhnliche Persönlichkeiten; allesamt erfolgreiche Manager.”

́Die Wahl fällt jedenfalls in die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, die die heimische Industrie hart trifft. Es wird hart um den Chefsessel gerungen. Es gibt verschiedenen Interessensgruppen innerhalb der IV – Länderverbände, Großkonzerne, Mittelständler; Wahlberechtigte die mehr auf Erfahrung (Eder) setzen und andere die eher die (verhältnismäßige) Jugend (Knill/Ohneberg) vorziehen. Ohneberg wird allerdings in einem Verfahren rund um gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften und Michael Tojner als Beschuldigter geführt. Das könnte einen Nachteil bedeuten.

Die IV ist die freiwillige Interessensvertretung der Industrie mit rund 4.500 Mitgliedern. Der aktuelle Präsident Georg Kapsch kann nach zwei Perioden nicht mehr kandidieren. Eine Periode dauert vier Jahre. Gewählt wird der neue Präsident vom rund 120-köpfigen Bundesvorstand der Industriellenvereinigung.