Wallner macht Tempo für die Herbstmesse

Landeshauptmann stellt Bundesregierung Ultimatum, “sonst entscheiden wir das selbst”.
Dornbirn, Bregenz Die Geschäftsführerin der Dornbirner Messe, Sabine Tichy-Treimel, hat in den VN vom 26. Mai angekündigt, die Planung für die Herbstmesse auch ohne Entscheidung der Bundesregierung durchzuführen. Ihre Hoffnung auf die Durchführung der größten Vorarlberger Publikumsmesse stützte sie auf eine Aussage von Landeshauptmann Markus Wallner, der auf regionale Entscheidungen zu Coronamaßnahmen drängte.
Ultimatum für den Bund
Bis heute ist in Wien keine Entscheidung gefallen. Im Gegenteil: Die Messeveranstalter werden von einem Ministerium ans andere verwiesen, ohne dass sich jemand für zuständig erklärt. Damit hängt die Dornbirner Messe, aber auch alle regionalen Messen in Österreich, in der Luft. „Das geht so nicht“, poltert der Landeshauptmann im Gespräch mit den VN, dafür hänge zu viel am Wirtschaftsfaktor Messe. Er stellt der Bundesregierung ein Ultimatum. „Bis Anfang nächster Woche muss es eine Entscheidung geben, ob Messen stattfinden können und unter welchen Bedingungen“, leistet er der Geschäftsführerin der Messe Dornbirn und Präsidentin des Branchenverbandes Messen Austria in einer für die Wirtschaftsschauen verzweifelten Situation Schützenhilfe. Die Messen haben inzwischen auch in einem offenen Brief an die Bundesregierung auf ihre Lage aufmerksam gemacht haben.
„Es ist für mich nicht einsichtig, dass Einkaufszentren offen haben, Messen aber nicht.“
Landeshauptmann Markus Wallner
Aber er belässt es nicht beim Ultimatum an Wien. „Wenn es bis Anfang der Woche keine Entscheidung gibt, werden wir das selbst entscheiden“, verweist er auf frühere Aussagen, die er gemacht hat. Es sei nicht einzusehen, warum Shoppingcenter und Fachmärkte inzwischen ohne Beschränkungen der Besucherzahlen offen halten können und Messen nicht. Er könne da keinen Unterschied erkennen. „Wir können diese Entscheidung selbst treffen. Die derzeitige Coronalage im Land ermöglicht eine Öffnung, außerdem hat die Messe einen detaillierten Plan, wie man die Maßnahmen zum Schutz der Besucher und Aussteller gewährleisten kann.“ In dem Zusammenhang verweist er auf den Nachbarn Deutschland, wo die Entscheidung über Messeöffnungen auch von jedem Bundesland selbst getroffen werde.
Eine Entscheidung ist auch für Tichy-Treimel höchst an der Zeit. „Eine Messe plant man nicht so von jetzt auf gleich, normalerweise beginnen die Vorbereitungen ein Jahr zuvor.“ Für einen Start mit der Herbstmesse sieht sie trotz der kurzen Vorbereitungszeit gute Voraussetzungen. „Rund 70 Prozent der Aussteller haben schon fix zugesagt“, das sind, vergleicht man die Zahlen mit 2019, 350 Aussteller.“ Aber auch Messebauer, Techniker, Sicherheitsdienste und weitere Berufsgruppen hängen von einer Messe ab. Im vergangenen Jahr zählte die Messe rund 70.000 Besucher. Wie viele es heuer werden, hänge auch davon ab, ob die Besucher gezählt werden müssen, ob es Wärmebildkameras gebe oder nicht.
Signal für den Aufbruch
Für Wallner ist die Messe auch ein wichtiges Signal für das Hochfahren der Wirtschaft und ein Signal für die Vorarlberger, dass es in Richtung Normalität gehe.