Coronahilfen für Unternehmer zu langsam

Markt / 22.05.2020 • 20:00 Uhr
Coronahilfen für Unternehmer zu langsam
Die schleppenden Auszahlungen der verschiedenen Coronahilfen lassen Unternehmer verzweifeln und gefährden die Betriebe. WODICKA

Auch WK-Präsident Hans Peter Metzler fordert Tempo bei Hilfen.

Schwarzach, München Der Eigentümer eines Unternehmens in der Metallbranche im Vorarlberger Unterland ist frustriert. Bisher hat der Unternehmer, der rund 160 Mitarbeiter beschäftigt und nicht namentlich genannt werden will, da es von Amts wegen zu seinen Ungunsten ausgelegt werden könnte, von der beantragten Hilfe, nämlich noch nichts gesehen.  Angesucht hat er im März. Der Eigentümer des Restaurants Schnitzelbär in Dornbirn, Dieter Pichler, hat die 2000 Euro Hilfe, die ihm nach eingehender Prüfung und entsprechend langer Wartezeit überwiesen wurden, wieder zurückgeschickt. Ein Handwerker, der sein Gewerbe ruhend stellte, nachdem der Betrieb wegen Corona eingestellt werden musste, es aber wieder anmeldet, sobald die Arbeit wieder aufgenommen werden kann, wurde abschlägig beschieden, weil er sein Gewerbe ruhend stellte.

Ständig neue Richtlinien

Nur drei Beispiele, doch der Unmut der Unternehmer wächst weiter, denn sie wissen nicht mehr, wie sie über die nächsten Wochen kommen. Beispiele, die auch Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler kennt, der, so sagt er im Gespräch mit den VN, an der Bürokratie in Wien zuweilen verzweifelt. “In Vorarlberg haben wir das, was wir hier machen konnten, schneller getan”, doch von den verantwortlichen Politikern in Wien fordert er wie Landeshauptmann Markus Wallner, dass man bei den Auszahlungen auf die Tube drückt: “Ich habe kein Verständnis, wenn man jetzt den Unternehmen nicht mit Hausverstand und schnell hilft.”

Die Unternehmer im Land wird es nicht trösten, dass es den Bayern ähnlich ergeht. Dort formiert sich der Zorn der Unternehmen gegen Wirtschaftsminister Huber Aiwanger. Man müsse die Anträge auf Plausibilität prüfen, um Betrügern keinen Vorschub zu leisten, das dauere eben. Auch seien viele Selbstständige nicht in der Lage, die Onlineformulare richtig auszufüllen. Diese sehen dort dasselbe Problem wie in Österreich, nämlich in der Bürokratie und in den Richtlinien, die ungenau formuliert seien oder mehrmals geändert wurden.

Ministerpräsident Markus Söder sieht das Problem ähnlich wie Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner: “Das geht eindeutig zu langsam.” Finanzminister Gernot Blümel verspricht nun, dass 50 Prozent des Fixkostenzuschusses binnen zehn Tagen ausbezahlt werden, der Rest nach Bilanzlegung 2021. Gemessen wird er nun an Taten, nicht an Worten.