Neue Sprecherin des Vorarlberger Handels setzt auf das Miteinander

Markt / 12.05.2020 • 22:15 Uhr
Neue Sprecherin des Vorarlberger Handels setzt auf das Miteinander
Carina Pollhammer ist Geschäftsführerin von Spar Vorarlberg und designierte neue Spartenobfrau des Handels in der Vorarlberger Wirtschaftskammer. FA

Carina Pollhammer wird Spartenobfrau des Handels.

Dornbirn, Feldkirch Ausgesucht hat sich Carina Pollhammer das alles nicht. Die Handelsfachfrau hat am 1. Jänner 2020 die Geschäftsführung von Spar Vorarlberg übernommen. Nach knapp drei Monaten zeigte sie, dass sie auch Krise kann. Die Maßnahmen anläßlich der Coronapandemie zwangen den Lebensmittelhandel genauso wie andere Branchen zu außerordentlichen Aktivitäten, musste doch die Versorgung trotz Hamsterkäufen aufrechterhalten werden.

Expertise weitergeben

Als wäre das nicht genug, tritt sie am Donnerstag eine weitere Führungsposition an. Sie löst die Bezauerin Theresia Fröwis als Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg ab. “Ich war schon überrascht, als man mich gefragt hat, ob ich das mache”, erzählt sie. Nach ein bisschen Zeit zum Überlegen hat sie sich gesagt “spring” und die Aufgabe angenommen. Es sei ihr schon klar, dass nicht jeder hocherfreut sei, dass sie als Chefin der Nummer eins im Handel diese Aufgabe angenommen habe, aber sie hoffe, dass sie ihre Expertise weitergeben könne. Es sei vielleicht nicht schlecht, wenn eine Quereinsteigerin eine andere Sicht mitbringe.

„Das kann ich nicht nachvollziehen, ich bin beim Lohn nicht für das Gießkannenprinzip.“

Carina Pollhammer, künftige Obfrau des Vorarlberger Handels

Das ist gerade jetzt gefragt. Denn klar ist, dass jetzt alles getan werden muss, damit die Vorarlberger Kaufleute die Wirtschaftskrise meistern, das werde viel Zeit und Engagement kosten. “Ganz wichtig ist die Grenzöffnung, auch müssen wir die Menschen motivieren, weiterhin regional einzukaufen”, sagt sie. Aber es werde auch Sonderförderungen für die besonders betroffenen Händler, z. B. in der Modebranche, brauchen und entsprechende Konjunkturmaßnahmen. Und mittelfristig müsse man die Digitalisierung weiter unterstützen, dene der Vorarlberger Händler, nicht jene der großen internationalen Konzerne. Da macht sie sich für Wettbewerbsgerechtigkeit stark, betont sie im VN-Gespräch.

“Kein Statement”

Bei einem anderen Thema will sie sich nicht einmischen: ob der Messepark erweitert werden könne oder nicht, “dazu gebe ich kein Statement ab, da bin ich befangen”, sagt sie. Es müsse einen attraktiven Handel in der Innenstadt geben, aber auch Einkaufszentren, “es braucht ein Miteinander”. Bei neuen Projekten müsse man auf Basis der Raumordnung im Einzelfall und im Bürgerdialog entscheiden. Klar ist ihre Meinung zum Thema Mindestgehalt: “Diesen Zugang kann ich nicht nachvollziehen” sagt sie in Richtung Arbeitnehmervertreter, dafür gebe es den KV neu, der in die richtige Richtung zeige.