Coronakrise: Arbeitslosigkeit in Vorarlberg schnellt in die Höhe

17.928 Menschen in Vorarlberg arbeitslos, 66.100 in Kurzarbeit.
Bregenz 17.928 Menschen waren Ende April in Vorarlberg beim AMS als arbeitslos vorgemerkt. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 78,6 Prozent und bildet inmitten der Coronakrise einen weiteren Negativrekord in der Arbeitslosenstatistik. Rechnet man die Menschen hinzu, die sich derzeit in einer AMS-Schulung befinden, erhöht sich die Zahl sogar auf 19.516 Personen. Am meisten Arbeitslose sind dabei im Tourismus sowie in den Hilfsberufen zu verzeichnen. Der starke Tourismuszweig ist auch der Grund dafür, weshalb die Zahl der Arbeitslosen in Vorarlberg, Tirol und Vorarlberg österreichweit am höchsten war.
Bereits im Vormonat gab es eine Steigerung von 79,1 Prozent. Somit hat der Anstieg der Arbeitslosigkeit auch in Monat zwei der Coronakrise nicht an Dynamik verloren.
Zum einen gibt es derzeit mehr Kündigungen, andererseits werden weniger Menschen neu eingestellt. Im April 2020 waren es 1051 Personen, die eine Arbeit aufgenommen haben. Zur gleichen Zeit im Vorjahr waren es noch um 623 mehr. “Bis auf wenige Ausnahmen wie im Handel oder im Pflegebereich haben nahezu alle Unternehmen einen verringerten Personalbedarf,” sagt AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter. Insgesamt verringerte sich der Bestand im April um über 26 Prozent auf 1030 offene Stellen.
Hochfahren wichtig für Arbeitsmarkt
Ein Wichtiger Impuls sei nun die Öffnung von Friseuren oder Gastronomiebetrieben. Für den Arbeitsmarkt sei das wichtig. Denn ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit könne nur durch ein rasches Hochfahren der Wirtschaft gemildert werden, ist Bereuter überzeugt.
Es sei ein erschreckend hoher Bestand an Arbeitslosen und auch wenn ein Viertel aller vorgemerkten Arbeitslosen eine Wiedereinstellzusage ihres Betriebes haben, sei das immer noch davon abhängig, wie rasch das Hochfahren gelinge und wie sich die wirtschaftliche Lage tatsächlich entwickle.
Wie sich die Arbeitslosenzahlen nach dem ersten Halbjahr präsentieren, könne man deshalb kaum prognostizieren. Eine Entspannung sei aber wohl erst zeitverzögert im zweiten Halbjahr spürbar, so der AMS-Chef. „Heuer werden wir aber wohl nicht mehr das Niveau vor der Coronakrise erreichen.“ Denn die Prognose für 2020 zu Beginn des Jahres, die noch im Zeichen einer sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung stand, lag bei rund 9700 arbeitslosen Personen. „Auch wenn sich die Tugenden des Vorarlberger Wirtschaftsstandortes positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken, sind doch viele Unternehmen exportorientiert und daher von den globalen Wertschöpfungsketten abhängig“, erklärt Bereuter.
50 Prozent sind betroffen
Für die Corona-Kurzarbeit sind beim AMS mittlerweile 5200 Anträge für 66.100 Beschäftigte eingegangen. Der Höhepunkt ist erreicht. Viele neue Anträge kommen derzeit nicht mehr rein, berichtet der AMS-Chef, verweist aber auf die gesamte Tragweite. Rechne man alle zusammen, die derzeit entweder arbeitslos, in Schulungsmaßnahmen oder in Kurzarbeit sind, komme man damit auf knapp 80.000 Menschen. „Somit sind rund 50 Prozent der Beschäftigten in Vorarlberg betroffen.“