68 Millionen Euro für Rodundwerk-I-Update

Markt / 04.05.2020 • 19:10 Uhr
68 Millionen Euro für Rodundwerk-I-Update
Nicht das Kraftwerk, sondern der Druckschacht sowie die in den 1960ern errichtete Verteilrohrleitung des Rodundwerks I werden neu gebaut. SCHLATTER

illwerke vkw erneuern Druckschacht und Verteilrohrleitung des Rodundwerks I.

Bregenz, Tschagguns Es blieb keine andere Wahl – die beauftragten Firmen wird es in der derzeit schwierigen Wirtschaftslage aber freuen. Der seit den 1940ern bestehende Druckschacht sowie die in den 1960ern errichtete Verteilrohrleitung des Rodundwerks I der illwerke vkw AG müssen nämlich vollständig erneuert werden, Baustart war am Montag. „Ein Vergleich der möglichen Varianten hat ergeben, dass der Bau eines neuen Druckschachtes insgesamt wirtschaftlich günstiger ist als die Sanierung des bestehenden“, erklärt illwerke-vkw-Vorstandsmitglied Helmut Mennel.

Schonung des Altbestandes

Dazu müsse das Rodundwerk I während der Bauzeit längst möglich in Betrieb bleiben. Bei der Errichtung des neuen Stollensystems werde daher besonders auf die Schonung des Altbestandes geachtet. Erst wenn 2023 der neue Kraftabstieg mit dem Altbestand zusammengeschlossen wird, ist eine Außerbetriebnahme des Pumpspeicherwerks im Ausmaß von rund acht Monaten erforderlich. Der bestehende Druckschacht soll stillgelegt, die bestehende Verteilrohrleitung vollständig abgebrochen werden. Seit der Erstinbetriebnahme vor über 80 Jahren betreibt der Energiekonzern illwerke vkw das Rodundwerk I.

Spitzen- und Regelstrom

Das Pumpspeicherkraftwerk ist Teil der Kraftwerksgruppe Obere Ill-Lünersee und liefert Spitzen- und Regelenergie für das europäische Verbundnetz. Die Kraftwerksanlage besteht aus dem Staubecken Latschau I, das mit dem Staubecken Latschau II gemeinsam betrieben wird. Ein Einlaufbauwerk im Becken und ein Druckschacht mit anschließender Verteilrohrleitung bilden die sogenannte Oberwasserführung. Herzstück der Anlage sind vier horizontal ausgerichtete Maschinensätze mit einer Leistung von 198 Megawatt im Turbinen- und 41 Megawatt im Pumpbetrieb.

Und so läuft das Großbauprojekt, das auf gut drei Jahre terminisiert ist, ab: Die Erschließung des Stollensystems ist über je einen Zugangsstollen in Latschau und Rodund geplant. Der Ausbruch des neuen Druckschachtes erfolge mithilfe einer Tunnelbohrmaschine, erläutert Mennel. Diese wird sich von unten nach oben vorarbeiten und im Anschluss oben ausgefahren. Den Ausbruch des Druckstollens treiben die Mineure mittels Sprengvortrieb voran.

Projektabschluss Ende 2023

Nach dem Ausbruch folgt die Auskleidung der Stollenabschnitte. Während der Druckstollen eine Betoninnenschale erhält, wird der Druckschacht mit Stahl gepanzert. Die Verteilrohrleitung in der großen Baugrube direkt beim Krafthaus des Rodundwerks I wird in mehreren Abschnitten zusammengebaut und dann außen mit Beton vergossen. Zementinjektionen sorgen für den optimalen Verbund zwischen Stahlpanzerung und Fels.

Im Dezember 2023 soll das rd. 68-Millionen-Euro-Projekt der illwerke vkw dann abgeschlossen sein. „Wenn alles nach Plan läuft, steht uns das Rodundwerk I ab diesem Zeitpunkt wieder mit voller Leistung für die Energiewirtschaft zur Verfügung“ so Mennel.