Was Anleger jetzt beachten müssen

Börsenbeben: Experten beruhigen und raten dazu, turbulente Phase durchzustehen.
Schwarzach Die Folgen der Corona-Krise drücken schon seit Wochen die Aktienkurse weltweit. Gestern brachen die internationalen Börsenbarometer weiter ein. Der deutsche Leitindex Dax stürzt erstmals seit 2016 unter 10.000 Punkte. Der Handel an der Wall Street wurde wegen hoher Abgaben für 15 Minuten angehalten. Der heimische Leitindex ATX brach um 13,65 Prozent auf 1991,22 Punkte ein. So einen starken Verlust hat er in seiner Geschichte noch nie verbucht. Die Gründe waren die Ankündigung von US-Präsident Trump, ein Einreiseverbot für Europäer zu erlassen sowie die Einstufung der WHO des Coronavirus als Pandemie.
Märkte erholen sich
Wie geht es nun weiter? Bei der Union Investment, mit einem verwalteten Kundenvermögen von knapp 370 Milliarden Euro eine der führenden Fondsgesellschaften Deutschlands, erwartet man keine anhaltend sinkenden Kurse. „Zwar ist der Abverkauf seit Anfang März in Breite, Schnelligkeit und Ausmaß einmalig in der jüngeren Börsengeschichte. Mittelfristig wird sich aber das Bild wieder aufhellen“, sagt Michael Herzum, Leiter Macro & Strategy, gegenüber den VN. Maßnahmenpakete von Staaten und Notenbanken dürften Realwirtschaft und Kapitalmärkten helfen. „Wir rechnen daher damit, dass die Wirtschaftsaktivität wieder auf das Niveau vor dem Corona-Ausbruch oder sogar etwas darüber ansteigt, sobald die Virusinfektionen ihren Höhepunkt im zweiten Quartal überschreiten. Spätestens dann werden sich die Aktienmärkte von ihren Verlusten wieder erholen.“ Und was sollten Privatanleger nun beachten? Bei der Schoellerbank wird dazu geraten, Ruhe zu bewahren und keine übereilten Aktionen zu setzen, auch wenn die Schwankungen an den Börsen aufgrund der herrschenden Unklarheit über die weitere Entwicklung hoch bleiben werden.
Entscheidend bleibt vor allem der Zeithorizont der Veranlagung. „Grundsätzlich sind Aktien nur für Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont geeignet“, sagt Wertpapierexperte Jürgen Rupp von der Raiffeisenlandesbank. Dies sollte jedem Anleger bewusst sein.
„Schmerzensgeld“
„International gut diversifizierte Qualitätsaktien bringen, trotz vieler Krisen, langfristig durchschnittlich eine Rendite von circa sieben Prozent pro Jahr.“ Diese attraktive Rendite sei quasi als „Schmerzensgeld“ für die durchzustehenden Krisenphasen zu sehen. Rupp rät bestehenden Anlegern jedenfalls dazu, sich auf den langfristigen Anlagehorizont zu besinnen, diese turbulente Phase durchzustehen und bei Möglichkeit schrittweise zuzukaufen. „Denn an den Aktienmärkten wurde bisher jede Krise wieder aufgeholt und es kam daraufhin zu neuen Höchstständen.“