Pfanner wächst in schwierigem Markt

Markt / 13.03.2020 • 09:30 Uhr
Pfanner wächst in schwierigem Markt
Besonders die zuckerfreien Tees und Fruchtsäfte, z. B. das Produkt “Pure Tea” boomen. FA

Fruchtsafthersteller wächst trotz herausforderndem Marktumfeld um zwei Prozent.

Lauterach Das Geschäft mit Getränken ist ein schwieriges. Das Wetter kann dabei genauso einen Strich durch die Rechnung machen wie neue Vorlieben oder Behinderungen im globalen Handel. Dem Lauteracher Fruchtsaft- und Eisteehersteller Pfanner ist dies in einem schwierigen Jahr 2019 dennoch gelungen. Mit einem erwirtschafteten Umsatz von 295 Millionen Euro erzielte er 2019 ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Erfolgreichstes Jahr

Dieses Wachstum sei insbesondere auf positive Entwicklungen im Eisteebereich wie auch im Ein-Liter-Saftsortiment zurückzuführen. Besonders erfreulich sei, dass das Umsatzniveau auch nach dem Rekordwachstum 2018 erneut gesteigert werden konnte. „Trotz Herausforderungen im volatilen Getränkemarkt konnte insbesondere im Kernmarkt Deutschland sowie in einigen der über 80 Exportmärkte wieder eine positive Entwicklung verzeichnet werden“, resümiert Geschäftsführer Peter Pfanner das erfolgreichste Geschäftsjahr seit Bestehen des Unternehmens.

Der Trend im Pfanner Fairtrade-Bereich verlief im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls positiv. Im Fruchtsaftsegment ist das Familienunternehmen, das mittlerweile auf knapp 20 Jahre erfolgreiche Fairtrade-Partnerschaft zurückblickt, dessen weltweit volumenstärkster Partner. Als Erster im Markt stellt Pfanner den Fairtrade-Orangensaft von Mengenausgleich- auf sogenannte segregierte Ware um, dadurch ist die 100-prozentige Rückverfolgbarkeit des Produktinhalts gewährleistet und die Glaubwürdigkeit des Fairtrade-Konzepts weiter gestärkt.

„Pfanner denkt in Generationen  und legt großen Wert auf Nachhaltigkeit.“

Peter Pfanner, Geschäftsführer Pfanner Holding AG

Der Absatz in Pfanners Saftmärkten wie Deutschland, Österreich und Italien ist seit Jahren konstant rückläufig, stellt Peter Pfanner fest. Dieser Entwicklung tragen u. a. Diskussionen rund um den Fruchtzuckeranteil in Säften, aber auch die Zunahme zahlreicher Getränkealternativen Rechnung. Dass der Getränkehersteller seinen Absatz im umkämpften Marktumfeld dennoch steigern konnte, ermöglicht nicht zuletzt das Aufgreifen diverser Trends in seinem Produktportfolio. „Als marktorientiertes Unternehmen haben wir uns der Herstellung qualitativ hochwertiger Getränke verschrieben, mit denen wir gezielt unterschiedliche Konsumentenbedürfnisse ansprechen möchten“, erläutert Pfanner seine Produktstrategie.

Auch im Eisteebereich bleibt das Traditionsunternehmen weiterhin auf Wachstumskurs: Seit 2001 führt der Vorarlberger Getränkehersteller die Spitze des deutschen Eisteemarktes an. Die zucker- und süßstofffreie Pure Tea Linie steht dabei bereits für zehn Prozent von Pfanners Eisteeabsatz und kommt dem anhaltenden Wunsch der Konsumenten nach natürlicher und weniger süßer Erfrischung nach.

Investitionen 2020

Das Pfanner-Tochterunternehmen mit Sitz in Reinbek bei Hamburg konnte in den letzten Jahren eine sehr positive Entwicklung verzeichnen. Der Produktionsstandort im hohen Norden Deutschlands füllt zu einem erheblichen Anteil Pfanners nordeuropäische Produktionsmenge ab. Grund genug, das Engagement weiter zu intensivieren. Am Standort Reinbek gestalte sich eine weitere Ausdehnung und Modernisierung aufgrund der baurechtlichen Rahmenbedingungen jedoch sehr schwierig, berichtet der Firmenchef. Aus diesem Grund hat sich Pfanner dazu entschlossen, ein Grundstück im Industriepark Gallin / Valluhn zu erwerben. Das Unternehmen wird in den nächsten Jahren eine Teilverlagerung an den neuen Standort, der direkt an der Metropolachse Hamburg-Berlin liegt, vornehmen.

Als Unternehmen, das in Generationen denke, legt Pfanner großen Wert auf Nachhaltigkeit und einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen. Dieses Commitment reicht von der sorgfältigen Wahl der Rohstoffe über den Herstellungsprozess bis zum Endprodukt und dessen nachhaltiger Verpackung. Den Großteil seines Sortiments füllt Pfanner in Getränkekartons ab.
Auf den Zwei-Liter-Gebinden werde das Unternehmen künftig themenrelevante Botschaften platzieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Thematisierung der ökologischen Vorteilhaftigkeit des Getränkekartons. Diese wird durch den Einsatz nachwachsender Ressourcen und gänzlich recycelbarer Materialien gewährleistet. Holz stellt als natürlich nachwachsender Rohstoff einen wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekt der Verpackungsform dar.