Coronavirus: China nähert sich wieder der Normalität

Markt / 13.03.2020 • 22:30 Uhr
Coronavirus: China nähert sich wieder der Normalität
Hirschmann China

Niederlassungen von Vorarlberger Firmen produzieren wieder. “Harte Maßnahmen waren wichtig.”

Schwarzach Mit nur noch acht neu nachgewiesenen Coronavirusfällen haben Chinas Behörden am Freitag wieder einen Rückgang der Infektionen, und zwar auf den tiefsten Stand seit Beginn der täglichen Berichte über die Epidemie vor knapp sieben Wochen gemeldet. Gestorben sind an Covid-19 sieben weitere Menschen, wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag berichtete.

In der Volksrepublik scheint damit auch aus Sicht von Experten der Höhepunkt der Epidemie überschritten. Auch in die produzierende Wirtschaft kehrt von Tag zu Tag wieder ein Stück Normalität zurück. Gelungen sei das nur, darin sind sich auch die Vorarlberger Unternehmen mit Werken in China einig, durch die rigorosen Maßnahmen im Kampf gegen das Virus.

Günther Lehner, CEO Alpla Holding, Hard Die strengen Maßnahmen, welche die chinesische Regierung getroffen hat, als ihr der Ernst der Lage bewusst wurde, waren zur Bekämpfung der Epidemie auf jeden Fall richtig. Die rigorose Durchsetzung der Ausgangsperren, die Kontrollen der Temperatur und andere Maßnahmen haben die Eindämmung der Krankheit beschleunigt. Wir haben in einigen unserer Werke auch in der schwierigsten Zeit produziert, weil Verpackungen für Desinfektionsmittel, Wasch- und Lebensmittel dringend benötigt werden. In unseren Werken in China produzieren wir jetzt aber wieder zu hundert Prozent. Die Lage im Land  hat sich stabilisiert, wie die  Zahlen zeigen, die täglich veröffentlich werden und Auskunft über Neuinfektionen geben.

Volker Buth, CEO Hirschmann Automotive, Rankweil In Nantong, wo Hirschmann Automotive einen Standort mit 380 Mitarbeitern hat, hat sich das Leben und der Betrieb fast wieder normalisiert. Schon die letzten Wochen konnten wir schrittweise wieder produzieren. In der ersten Woche 150 Mitarbeiter, in der zweiten 160 und so weiter. Derzeit sind 95 Prozent unserer Mitarbeiter wieder am Arbeiten. Die Kontrollen waren sehr scharf, jeden Tag besuchte uns ein Amtsarzt, um zu prüfen, ob wir alle Maßnahmen durchführen. Und die sind nach wie vor aufrecht. Die harten Maßnahmen waren gerechtfertigt, sonst hätte man die Ausbreitung des Virus sicher nicht so schnell in den Griff bekommen.

Josef Rupp, Geschäftsführer Privatkäserei Rupp, Hörbranz Wir produzieren seit gut zwei Wochen wieder, die Kapazität liegt derzeit bei 80 Prozent und erhöht sich täglich. Unser Werk, das wir zusammen mit einem chinesischen Partner betreiben, ist in Tianjin, also nicht dort, wo die Krankheit ausgebrochen ist. Nach wie vor gibt es strenge Vorschriften, etwa, dass keine Ausländer einreisen dürfen, doch ich denke, dass es gerade diesen drastischen Maßnahmen zu verdanken ist, dass in Tianjin nun bereits seit zwei Wochen keine Neuinfektionen zu verzeichnen sind.