Milliardengeschäft: Nachhaltige Fonds werden immer beliebter

Pünktlich zum Weltfondstag kann sich die Branche wieder über deutliche Zuwächse freuen.
Schwarzach Stolze 245 Jahre ist es her, dass der erste Investmentfonds der Welt auf den Markt gebracht wurde. Der Fonds namens „Eendragt Maakt Magt“ (Eintracht macht stark) des Amsterdamer Kaufmanns Abraham van Ketwich investierte in Anleihen verschiedener Regierungen, in Banken sowie in Kredite in Westindien. An seinem Geburtstag, dem 19. April, wird deshalb alljährlich der Weltfondstag gefeiert.
Pünktlich zum Geburtstag kann sich die heimische Fondsbranche nach einem schwierigen Jahresfinale 2018, ausgelöst durch politische Unsicherheiten und den Handelskonflikt zwischen China und den USA, über deutliche Zuwächse im ersten Quartal freuen. Das österreichische Fondsvolumen der Wertpapier-Verwaltungsgesellschaften stieg in dem Zeitraum um 4,73 Prozent auf 172,34 Milliarden Euro, so die Daten der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG).
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.
Der Grund für die Beliebtheit liegt vor allem in der breiten Streuung, denn ein Fonds bildet generell ein Portfolio von Wertpapieren verschiedenster Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Ländern ab. Dabei kann zwischen verschiedenen Formen gewählt werden. So gibt es beispielsweise Aktienfonds, Anleihenfonds oder Immobilienfonds. Zudem kann man den Fokus wählen, also spezielle Branchen wie Technologie oder Pharma abbilden. Ein großer Trend sind derzeit nachhaltige Fonds. Dabei wird nur in Unternehmen oder Staaten investiert, die einem vorgegebenen Kriterienkatalog entsprechen und somit ethische, ökologische und soziale Aspekte erfüllen. In Österreich konnten nachhaltige Fonds seit Jahresbeginn laut VÖIG im Volumen um 25,2 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro zulegen. Der Anteil am gesamten österreichischen Fondsvolumen von 4,6 Prozent ist aber noch ausbaufähig.
Gute Ertragschancen
Für Markus Salzgeber, Obmann der Vorarlberger Finanzdienstleister, sind Investmentfonds als Ergänzung zum Sparbuch oder Bausparvertrag besonders gut geeignet. Sie nehmen auf die persönliche Risikoneigung und Lebenssituation Rücksicht und bieten für jede Art von Anleger, von konservativ bis risikofreudig, gute Ertragschancen. Allerdings rät er dazu, in der Finanzplanung verstärkt Fonds als Altersvorsorge zu berücksichtigen. Generell empfiehlt er, beim Ansparen mit Fonds dies regelmäßig und über einen längeren Zeitraum zu tun. Konkret empfiehlt er eine Mindestlaufzeit von sechs Jahren.