Schulterschluss im Kampf gegen Fachkräftemangel

Markt / 02.04.2019 • 08:00 Uhr
Schulterschluss im Kampf gegen Fachkräftemangel
AMS-Chef Bernhard Bereuter, Ministerin Margarete Schramböck und LH Markus Wallner. VOL.at/Rauch

Lehre bleibt der große Schwerpunkt der Bemühungen.

Dornbirn Miteinander einen Blick auf den Arbeitsmarkt zu werfen und zu schauen, was man gemeinsam gegen den Fachkräftemangel tun kann, so lautet der Titel über den Besuch von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck in Vorarlberg bei Landeshauptmann Markus Wallner.

Eines vorneweg: Der Arbeitsmarkt zeigt sich generell sehr positiv. „Wir gehen in Richtung Vollbeschäftigung. Ein Wort, das man sich in den vergangenen Jahren kaum getraut hat, in den Mund zu nehmen“, sagt Wallner. Mit 3000 Beschäftigten mehr im ersten Quartal habe man einen Höchstwert erreicht.

Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist nämlich die Tatsache, dass in vielen Branchen händeringend nach Fachkräften gesucht wird. Hier stellt sich also vielmehr die Frage, woher sie in Zukunft nehmen?

Antworten gibt es. Bei der Lehre beispielsweise soll die Attraktivität hochgehalten und neue Zielgruppen angesprochen werden. Hier sei die Lehre mit oder nach der Matura  eine Möglichkeit, so der Landeshauptmann. Die duale Akademie mit einer auf zwei Jahre verkürzten Lehrzeit nach der Matura gibt es ab Herbst. Ministerin Schramböck will dabei die Chancen aufzeigen. „Mit Lehre und Matura kann man mehr verdienen als so mancher Studienabsolvent“, sagt sie und weiß sehr wohl um die Vorbehalte, die oft von Eltern stammen. Diese müsse man auf dem Weg mitnehmen und schauen, dass die Jugendlichen jene Berufe mit Zukunft erlernen.

In Sachen Attraktivierung verweist Schramböck auf die neuen Lehrberufe wie „E-Commerce-Kaufmann“ oder „Applikationsentwicklung – Coding“. Zudem würden sukzessive alle Lehrberufe, auch die traditionellen, überarbeitet und mit digitalen Inhalten aufgewertet. Beispiele sind der „Fahrradmechatroniker“ oder der “Nah- und Distributionslogistiker”. Und dennoch sei es notwendig, auch ausländische Fachkräfte anzusprechen. Dafür habe man viele technische Berufe auf die Mangelberufliste gesetzt bzw. die rot-weiß-rot-card entbürokratisiert.

Pflegelehre wichtig

Für Wallner wäre auch die Pflegelehre ein wichtiger Ansatz. Man biete Jugendlichen ein breites Spektrum an Lehrberufen, nur im Bereich Pflege nicht. „Es wäre ein Fehler, eine ganze Altersgruppe auszulassen.“ Ministerin Schramböck signalisiert jedenfalls Unterstützung und ist sich insgesamt sicher, dass es trotz Digitalisierung künftig genügend Arbeitsplätze geben wird. Auch wenn bei manchen Beschäftigten ein Stück Angst immer bleiben werde.