Kurzzeitig sexuelle Abenteuer in einem tanzartigen „Reigen“

Leserservice / 29.07.2019 • 17:47 Uhr
Zwischen verzweifelter Komik, erotischer Besessenheit und depressivem Zwangsverhalten oszillieren die Loops, die Bernhard Lang für sein Musiktheater „Der Reigen“ ersann.vn/stiplovsek
Zwischen verzweifelter Komik, erotischer Besessenheit und depressivem Zwangsverhalten oszillieren die Loops, die Bernhard Lang für sein Musiktheater „Der Reigen“ ersann.vn/stiplovsek

Österreichische Erstaufführung der Oper „Der Reigen“ von Bernhard Lang nach der Vorlage
von Arthur Schnitzler.

20 Uhr, werkstattbühne, bregenz Dirne, Soldat, Stubenmädchen, junger Herr, junge Frau, Ehemann, süßes Mädel, Dichter, Schauspieler und Graf: Fünf Frauen und fünf Männer begegnen und begehren sich in Arthur Schnitzlers Werk aus dem Jahr 1903. Das Bühnenstück in zehn Dialogen sorgte damals für einen Skandal. Die Bregenzer Festspiele blicken mit zwei unterschiedlichen Werken auf den Stoff: „Arthur Schnitzler: Reigen“ ist im Festspielhaus am 15. August zu erleben.

Als österreichische Erstaufführung in Koproduktion mit der Neuen Oper Wien kommt „Der Reigen“ von Bernhard Lang (Libretto: Michael Sturminger) auf die Werkstattbühne. Formal folgt das Original dem Reigen-Tanz: Für die nächste Szene reicht immer eine Figur einer neuen die Hand. „Hauptsächlich geht es um die Mechanik von sexuellen Beziehungen fernab einer Liebesabsicht“, sagt Dramaturg Olaf A. Schmitt. Diese zeitgenössische Oper besticht laut Schmitt mit ihrer „mitreißenden, leichtfüßig wirkenden Musik, die unglaublich Spaß macht und den Fokus auf die menschliche Stimme legt“. Außergewöhnlich daran ist, dass Komponist Bernhard Lang Mittel einsetzt, die das Publikum vor allem aus einem ganz anderen Genre kennt – nämlich aus dem Techno. Zentrales Element ist für ihn der Loop, also schleifenartige Wiederholung. Das passt bei kaum einem Stück so brillant wie beim „Reigen“.

Tickets und weitere Informationen unter Tel. 05574 407-6 und www.bregenzerfestspiele.com