Die tragischen Folgen gesellschaftlicher Konventionen

Leserservice / 05.04.2018 • 13:06 Uhr
Lebensträume werden bei Fontane zu Albträumen.vorarlberg landestheater/anja köhler
Lebensträume werden bei Fontane zu Albträumen.vorarlberg landestheater/anja köhler

Das Vorarlberger Landestheater spielt „Effi Briest“ von Theodor Fontane.

19.30 Uhr, theater am Kornmarkt, grosses Haus, bregenz Effi Briest heiratet auf Wunsch ihrer Mutter den mehr als doppelt so alten Baron Geert von Innstetten. Sie ist eine unbeschwerte junge Frau, die von einem abwechslungsreichen Leben träumt und glaubt, mit dem karrierebewussten Innstetten stünde ihrem Glück nichts mehr im Wege. Doch statt auf Anlässen findet Effi sich in einem trostlosen, engen Städtchen wieder, in dem sie Einsamkeit und Langeweile quälen. Ihr Mann hat wenig Zeit für sie, und Effi fühlt sich trotz der Geburt einer Tochter verlassen. Sie beginnt ein heimliches Verhältnis mit dem verheirateten Major Crampas, einem Freund ihres Mannes. Zwar beendet sie die Beziehung, als Innstetten den Umzug nach Berlin ankündigt, doch diese Affäre wird ihr später zum Verhängnis.

Theodor Fontane beschreibt in seinem bekanntesten Roman die tragischen Folgen gesellschaftlicher Konventionen, die einer jungen Frau am Ende des 19. Jahrhunderts zum Verhängnis werden. Die Fragen, die Fontane im Spannungsverhältnis zwischen dem Recht auf Selbstverwirklichung und dem Wunsch nach sicheren Ordnungsprinzipien aufwirft, sind dabei verblüffend gegenwärtig. Die Inszenierung setzt die Geschichte ins Verhältnis zu Effis Traum von einem Leben voller Abwechslung und Abenteuer und spürt der Frage nach, wer oder was die Schuld daran trägt, dass
Lebensträume zu Albträumen werden.

„Effi Briest“: Premiere am 6. 4. 2018. Aufführungen bis 24. 6. 2018. Karten: www.landestheater.org, Tel. 05574 42870-600