Ein Weg aus der Grausamkeit?

Leserservice / 17.01.2018 • 16:57 Uhr
Die Begegnung auf einem verlassenen Bahnhof führt zum Gespräch über Gemeinsamkeiten und entfacht in Petra und Paul ein vollkommen neues Gefühl.THEATER WAGABUNT
Die Begegnung auf einem verlassenen Bahnhof führt zum Gespräch über Gemeinsamkeiten und entfacht in Petra und Paul ein vollkommen neues Gefühl.THEATER WAGABUNT

Das Theater Wagabunt spielt das Stück „Täter“ von Thomas Jonigk.

20 Uhr, theater im kopfbau, dornbirn Mütter, die sich an ihren Söhnen und Töchtern vergehen, Väter, die auch vor dem Missbrauch von Kleinkindern nicht zurückschrecken: Gewalt und Abhängigkeit zwischen Eltern und Kindern thematisiert Thomas Jonigk öfter in seinen Werken und auch in seinem 1999 geschriebenen „Täter“ stellt sich wieder die Frage, ob man Dinge so drastisch zeigen und aussprechen muss. So drastisch, dass sogar die ernste Form kippt und zu einer Karikatur der Machtausübung der Täter über ihre Opfer wird. Zum Inhalt: Petra und Paul treffen einander zufällig auf einem alten, aufgelassenen Bahnhof. Beide tragen sich schon seit Längerem mit Gedanken, ihrem Leben ein Ende zu setzen, weil sie es nicht mehr aushalten. Von frühesten Kindesbeinen an wurde Petra vom Vater Erwin, Paul von seiner Mutter Magda zu sexuellen Handlungen genötigt, wobei Erwins Frau Karin wegsah. Erst nach der Überwindung ihrer Sprachlosigkeit machen sich die zwei jungen Menschen auf, ihre Eltern zur Rede zu stellen.

Missbrauch an Kindern ist unbeschreibbar, nicht nachvollziehbar und unbegreiflich. Daran wird auch der Abend im TIK nichts ändern und will es auch gar nicht. Er will nur fragen und sich damit dem leider gegenwärtigen Problem stellen. Das allein ist schon provokant, so wie der Umstand, dass im Theaterstück sowohl Opfer als auch Täter zu Wort kommen. Termine und Infos unter theaterwagabunt.at