Lesung mit Arno Geiger bei Russmedia in Schwarzach

Die erste Lesung des neuen Werks „Unter der Drachenwand“ von Arno Geiger.
19 Uhr, russmedia, schwarzach Diese Woche erschien das neue Buch von Arno Geiger: „Unter der Drachenwand“. Bei russmedia in Schwarzach findet heute die erste Lesung mit dem Erfolgsautor statt.
Zum Inhalt: Veit Kolbe verbringt ein paar Monate am Mondsee, unter der Drachenwand, und trifft hier zwei junge Frauen. Doch Veit ist Soldat auf Urlaub, in Russland verwundet. Was Margot und Margarete mit ihm teilen, ist seine Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt.
„Unter der Drachenwand“ ist der Roman eines Jahres: 1944. Der Krieg ist verloren, aber wie fern ist der Frieden? Arno Geiger erzählt von Veits Albträumen und der verstörenden Normalität im Dorf, vom „Brasilianer“, der von Rio de Janeiro träumt und sich um Kopf und Kragen redet, von der Zimmerwirtin und ihren Durchhalteparolen, von Margarete, in die Veit sich verliebt und die von ihm nichts wissen will, von Oskar Meyers Kampf ums Überleben. Im Nebenzimmer wohnt Margot, die „Darmstädterin“, mit ihrem Baby. Doch als Veits Verletzungen verheilt sind, kommt der neue Einberufungsbefehl.
Der Romantitel „Unter der Drachenwand“ scheint von der Landschaft abgeleitet. Mehrfachdeutig verweist er auch auf die Situation. Ein Mädchen stürzt dort ab. Dass ihre Familie das erste Verliebtsein unterbunden hat, thematisiert einer der in Briefen eingeführten Handlungsstränge. Solcherart verfolgt der Leser auch das grausame Schicksal von Oskar Meyer, der mit seiner jungen Familie viel zu spät aus Wien vor den Nazis flüchtet, weil er davon ausgeht, dass in Kulturstädten völlige Entmenschlichung nicht stattfinden werde, oder von Margots Verwandten in Deutschland, denen einfaches Mitgefühl abhandenkommt. Neben dem Tagebuchstil, in dem Veit Beobachtungen an sich und in der Umwelt festhält, entsteht so ein Geflecht von Geschichten, auf das man sich mit zunehmendem Interesse einlässt, sich darin aber nicht verstrickt, weil die Personen konkret greifbar werden, auch oder gerade in ihrer Ambivalenz.
Der Eintritt zur Lesung heute Abend ist frei! Um Anmeldung bei „Das Buch“ wird gebeten: per E-Mail an info@das-buch.at oder unter Tel. 05572 29570.