Ein aktuell anmutender Sprengstoff

Leserservice / 12.10.2016 • 16:31 Uhr
Mit „Salome“ legte Oscar Wilde sein einziges tragisches Stück vor, das bei seiner Uraufführung gleich zum Skandal wurde. foto: tak
Mit „Salome“ legte Oscar Wilde sein einziges tragisches Stück vor, das bei seiner Uraufführung gleich zum Skandal wurde. foto: tak

Eigenproduktion des Theaters Liechtenstein in Vorarlberg zu sehen.

20:15 theater am Saumarkt, feldkirch. Das TaK – Theater Liechtenstein – ist bis Samstag mit Oscar Wildes tragischem Stück „Salome“ zu Gast im Theater am Saumarkt in Feldkirch, am 19. Oktober folgt eine weitere Aufführung um 20 Uhr in der Bludenzer Remise. Der Prediger Johannes der Täufer ist in einer Zisterne eingekerkert. Er verflucht die herrschende Klasse und kündigt eine neue Zeit an, die kommen und die Weltordnung stürzen werde.

Salome, Stieftochter des Herodes, ist fasziniert vom Charisma des Inhaftierten. Sie will ihn besitzen und verführen, bleibt jedoch ohne Erfolg. Dies führt zu weiteren Konflikten mit ihrer Mutter Herodias und Herodes.

Neben dem hochemotionalen Liebes- und Beziehungskonflikt steht der politische Konflikt im Zentrum. Herodes versucht, den Staat zu stabilisieren, sich die lebensnotwendige Unterstützung aus Rom weiter zu sichern und seine Kraft gegen seine regionalen Gegner einzusetzen. Ein innerstaatlicher Konflikt würde seine Position entscheidend schwächen. Umgekehrt bietet die von Rom diktierte Politik den Judäern einen idealen Nährboden für eine Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Arm gegen Reich, Vorderasien gegen Europa, Utopien gegen Realpolitik – alle diese Gegensätze wirken hochaktuell und spiegeln sich im Stück wider.

VVK: V-Ticket, Ländle-ticket (Raiffeisenbanken,
Sparkassen, www.laendleticket.com).