Energiezentrale der Firma Rondo

Leserbriefe / 22.04.2026 • 17:56 Uhr

Die im Zusammenhang mit der geplanten Energiezentrale in Frastanz vom IV-Präsidenten verwendete Einordnung als „Beitrag zur Dekarbonisierung“ wirft aus meiner Sicht grundlegende Fragen auf. Wer Kunststoffabfälle thermisch verwertet, setzt CO2 aus fossilen Quellen frei. Daran ändert auch eine effiziente Energiegewinnung nichts. Laut UVP-Unterlagen ist sogar von einem bis zu dreifach höheren CO2-Ausstoß auszugehen, wobei die biogenen Abfälle schon herausgerechnet wurden. Unter diesen Umständen wirkt der Begriff Dekarbonisierung irreführend. Es steht außer Frage, dass Rondo mit dem Projekt seinen Gasverbrauch reduzieren kann. Im Hinblick auf die Erreichung der Klimaziele gibt es jedoch bessere Konzepte. Die möglichen Alternativen, sowohl für die Entsorgung von Müll als auch zur Deckung des Wärmebedarfs der Firma Rondo, müssen im Rahmen des UVP-Verfahrens umfassend und ergebnisoffen untersucht und bewertet werden. Die kritische Haltung der Marktgemeinde Frastanz ist auch vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. Die grundsätzliche Frage, ob eine Müllverbrennungsanlage in private Hände gehört, bleibt berechtigt; es geht nämlich um langfristige Verantwortung und nicht nur um kurzfristige wirtschaftliche Interessen. Die Energiewende braucht klare Begriffe und wirksame Maßnahmen zur Emissionsreduktion. Alles andere untergräbt die Glaubwürdigkeit der Klimapolitik.

Harald Bürke, Frastanz