Leserbrief: 65 und mehr „Spitzen-Bezieher“ beim ORF

Leserbriefe / 15.04.2026 • 11:30 Uhr
Leserbrief: 65 und mehr „Spitzen-Bezieher“ beim ORF

Als Gebührenzahler fragt man sich: Ist hier nicht jedes Maß verloren gegangen? Während viele Menschen in Österreich hart arbeiten, sparen müssen und mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen, fließen beim ORF Jahr für Jahr enorme Summen auf die Konten sogenannter „Spitzenverdiener“. Wie lässt sich das rechtfertigen? „Verdienst“ sollte doch bedeuten, dass Leistung und Bezahlung in einem nachvollziehbaren Verhältnis stehen. Dieser Zusammenhang scheint völlig verloren. Für viele wirkt es, als hätten sich hier Strukturen etabliert, die mit der Lebensrealität der Bevölkerung nichts mehr zu tun haben. Noch schwerer wiegt die Frage, wer solche Spitzenbezüge überhaupt genehmigt und dafür die Verantwortung trägt. Verantwortung gegenüber jenen, die diese Mittel aufbringen müssen. Gibt es im Unternehmen ORF kein wirksames Kontrollorgan, das sich tatsächlich den Interessen der Gebührenzahler verpflichtet fühlt? Und: Warum wird hier nicht eingegriffen? Besonders irritierend ist auch die politische Dimension: Wenn Stiftungsräte von Parteien entsendet werden, drängt sich der Eindruck auf, dass hier nicht nur unternehmerische Interessen eine Rolle spielen. 35 Stiftungsräte – im Vergleich mit anderen Sendeanstalten – deuten auf eine Überbesetzung hin. Am Ende bleibt bei vielen eine bittere Erkenntnis: Zahlen muss die Allgemeinheit – profitieren tun wenige Auserwählte. Und das Vertrauen in Fairness und Verantwortlichkeit bleibt dabei auf der Strecke.

Adolf Zwahlen, Lustenau