Ein modernes Vignettensystem braucht flexible Laufzeiten

Leserbriefe / 13.04.2026 • 17:43 Uhr

Ab 2027 wird das österreichische Vignettensystem vollständig digital. Die analoge Klebevignette gehört damit der Vergangenheit an. Gerade dieser Schritt eröffnet die Chance, das Angebot endlich zeitgemäß und fair zu gestalten. Die bestehenden Kurzzeitvignetten – 1-Tages-, 10-Tages- und 2-MonatsVignette – decken die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse gut ab und sollten daher beibehalten werden. Die bisherige Jahresvignette, die starr an das Kalenderjahr gebunden ist, erscheint jedoch nicht mehr zeitgemäß, insbesondere weil die digitale Infrastruktur künftig eine flexible und nutzerfreundliche Gestaltung ermöglicht. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass im Zuge der generellen Digitalisierung eine Anpassung der Vignettenlaufzeiten geplant ist. Umso wichtiger erscheint es, diese Gelegenheit zu nutzen und das System sinnvoll weiterzuentwickeln.

Daher sollte die bisherige Jahresvignette aus dem Programm genommen und durch zwei neue Modelle ersetzt werden: eine Sechs-Monats-Vignette und eine Zwölf-Monats-Vignette, jeweils ab dem tatsächlichen Gültigkeitsdatum. Dies wäre eine gerechtere und flexiblere Lösung – besonders für Menschen, die ihr Fahrzeug saisonal nutzen, ein Zweitfahrzeug besitzen oder erst im Laufe des Jahres ein Auto anschaffen.

Ein solches Modell würde die Digitalisierung sinnvoll ergänzen und die Akzeptanz des Mautsystems insgesamt stärken.

Walter J. Gabriel, Göfis