Keine Erbschafts­steuern schützt nur die Reichen

Leserbriefe / 22.01.2026 • 19:20 Uhr

Als ich Anfang der 2000er einen Immobilienanteil in Höhe von 60.000 Euro von meinem Vater vererbt bekommen habe, betrug die Erbschaftssteuer genau 180 Euro. Wenn man heutzutage den ÖVP-Reichen-Lobbyisten zuhört, könnte man meinen, dass eine Erbschaftssteuer – selbst nur auf hohe Vermögen – die Welt an den Abgrund bringe. Selbstverständlich nur die österreichische, denn international sind Erbschaftssteuern üblich, weil sie auch die Möglichkeit bieten, im Gegensatz dazu Einkommenssteuern zu senken. Die Erbschaftssteuer bis 2008 hat vor allem jene härter getroffen, die ein hohes Vermögen vererbt bekommen haben oder in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis zum Erblasser standen – ein guter Schutz gegen Erbschleicher! Arbeit mit bis zu 50 Prozent zu besteuern und das Erben mit null Prozent ist nicht fair. Ein Erbe hat für das Geldgeschenk keine Leistung erbracht. Die arbeitende Bevölkerung kann nicht immer noch mehr die Steuerlast tragen und Millionenerben zahlen nichts. Eine Erbschaftssteuer nur für die reichsten zehn Prozent wäre jederzeit umsetzbar. ÖVP, hört auf, das zu verhindern!

Michael Tomaselli, Frastanz