Störfaktor

Leserbriefe / 02.08.2024 • 16:36 Uhr

So wird der Einsatz der beteiligten Naturschutzorganisationen zum Schutz des Auerwildes im VN-Artikel zum Neubau der Loischkopfbahn klassifiziert. Die Aussage der Naturschutzanwältin „Man hat das Gefühl, dass das Engagement und das Verständnis der Gemeinden und der Betreiber da sind“, ist sehr optimistisch. Hoffentlich sehen das die streng geschützten Tiere, deren Kerngebiet erst durch die Bautätigkeit massiv gestört und im zukünftigen Betrieb mit bis zu 3200 Personen stündlich überschwemmt wird, auch so. Die Annahme dieses Konzeptes, wonach die Hubschrauber-Rettungsflüge bei den unfallträchtigen Downhill-Fahrten bei der Verdoppelung der Förderkapazität weniger werden sollen, entbehrt jeder Logik. Dass sich das Auerwild und weitere streng geschützte Arten trotz der Störungen schon in der Vergangenheit immer noch dort halten können, zeigt, dass das Habitat nicht beliebig verlegt werden kann. Es ist ja rührend, dass die Betreiber um die Tiere besorgt sind. Noch größer war wohl die Sorge, das Projekt sonst nicht durchzubringen. Der weitere touristische Ausbau über dieses Projekt hinaus ist schon angekündigt. Damit wird eine einst idyllische und ökologisch wertvolle Naturlandschaft endgültig zum geschäftigen Rummelplatz degradiert. Was da als Störfaktor wahrgenommen wird, sieht aus der jeweiligen Perspektive jedenfalls sehr verschieden aus.

Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn