Dilemma
Zum VN Bericht „Mehr NATO-Truppen in Ukraine-Nähe“ vom 22. 12.:
Wen man Russland Kriegsabsichten in der Ukraine vorwirft, muss man auch das vorhergegangene, 25.000 Mann starke NATO-Manöver „Anakonda“ an der polnisch-russischen Grenze als Provokation betrachten. Wie auch die NATO-Truppenverstärkung in der Region, nicht zur Deeskalation des vergessenen Krieges in der Ost-Ukraine, wo seit 2014 geschossen und gestorben wird, beitragen wird. Das Dilemma mit der NATO und Russland begann bereits 1999, mit der NATO Bombardierung von Belgrad im Jugoslawienkrieg. Seit die NATO auch noch die Ukraine und Georgien integrieren will, ist die Mehrheit der russischen Bevölkerung der Meinung, nach der Bombardierung von Belgrad ist Moskau an der Reihe. Dass Putin ein Überschreiten seiner „roten Linien“, das sind NATO-Soldaten an der russischen Außengrenze, nicht akzeptieren wird, hat er bereits bei den NATO-Aktivitäten in Georgien
deutlich gemacht. Ganz offensichtlich hat der Westen noch nicht begriffen, dass die regelmäßigen Russlandsanktionen nur die neuen, chinesisch-russischen Militär- und Wirtschafsallianzen forcieren. Das Russland nicht mehr auf Europa setzt, war bei der letzten Videokonferenz, wo Xi Jinping, Putin mit „mein alter Freund“ begrüßte und Beide, unter anderem, die Einmischung vom Westen in innerstaatlichen Angelegenheiten kritisierten, ersichtlich. Es wäre viel vernünftiger, wenn alle Kriegsspieler, die alte Diplomatenweisheit „Solange gesprochen wird, wird nicht geschossen“ anwenden würden.
Alfred Fuchs, Dornbirn