Alternativmedizin

Leserbriefe / 29.11.2021 • 18:21 Uhr

Die Sendung „Schauplatz“ in ORF fand ich sehr interessant. Die Ablehnung Realitätsgläubiger wie Frau Federspiel oder auch Herr Resetarits mag teilweise berechtigt, teilweise aber etwas übertrieben sein. Es dauerte in Europa sehr lange, bis es überhaupt den Schatten eines Ganzheitsmedizinglaubens geben durfte. Aktive Coronainfektionen, sofern symptomatisch, befallen nicht nur Schleimhaut und Lunge, sondern können auch andere Organe befallen und schädigen u. a. m. Auch die Forschung und medizinische Bereiche machen Placeboversuche und haben teilweise damit sogar Erfolge, weil Patienten an deren Wirkung glauben. Neurologen und Psychiater bauen nicht selten Patienten auf, indem sie den Fokus dieser Menschen bezüglich deren Selbstbewusstsein stärken, auf deren eigene Stärken zu richten versuchen u. a. und vor allem sich prioritär auf sich selbst zu fokussieren und Unwichtiges auszublenden. Energetikern scheint Gleiches als Fehler unterstellt zu werden. Natur- und Alternativmedizin als Ergänzung zu üblichen allgemeinmedizinischen Behandlungen vollkommen abzulehnen, zumal es ggf. auch Erfolge bei austherapierten Patienten gibt, scheint ein derzeit modernes, einseitig vorschnelles Ausgrenzungsphänomen zu sein. Die Möglichkeit, menschliches Empfinden und Denken vollkommen außer acht zu lassen, scheint mir etwas fahrlässig. Wie heißt es so schön, der menschliche Glaube versetzt Berge! Etwas ist schon dran, solange diese Praktiken nicht vollkommen realitätsfern, gesetzwidrig, oder nachweislich patientenschädigend angewandt werden.

Kurt Höfferer, Hörbranz