Carl Zeller –

Leserbriefe / 28.11.2021 • 17:01 Uhr

der Visionär

„Nur nicht gleich, nicht auf der Stell’, denn bei der Post geht’s nicht so schnell!“ Diese Worte legte Carl Zeller schon 1891 der Christl von der Post in seinem „Vogelhändler“ in den Mund. Die Operettenarie klingt lustig und amüsant. Doch die Realität der „Schneckenpost“ ist weniger lustig. Am 15. 11. erhielten wir einen Brief mit der Einladung zu einer Veranstaltung, zu der man sich aber bis spätestens 10. 11. anmelden hätte sollen. Beim Absender lag die Ursache für diese Verspätung nicht. Am 18. 11. erhielten wir ein Schreiben mit der Bitte um Rückmeldung bis 16. 11. Soweit zwei heimische Beispiele. Doch die Verhaltensweise bedient längst auch die internationale Ebene. Warum sollte es dort wohl besser gehen? Am 19. 10. erhielten wir eine Ansichtskarte aus Tropea (Kalabrien), welche am 4. Juli aufgegeben wurde. Eine kleine Rechnung zum Vergleich: Ca. 1500 km in gut 100 Tagen. Das macht weniger als 15 km pro Tag. Solches schafft man spielend zu Fuß. Das war schon zu Goethes, ja sogar zu Maximilians Zeiten keine bemerkenswerte Leistung. Jedenfalls waren die Pferde-Postkutschen derer von Thurn und Taxis in ihren Tagesleistungen um Meilen voraus. Singen wir also weiter mit der Christl von der Post und versäumen Termine und weiß Gott was noch!

Dr. Franz Schwärzler, Feldkirch-Tisis