Impfen = Solidarität
Wer die Zeitung durchblättert und über die Stimmungslage zum vierten Lockdown informiert wird, findet Vertreter/innen vieler Branchen, die dazu ihre Meinung äußern. Leider finden sich kaum mediale Berichte über Menschen, für die dieser Lockdown von ‚gerade noch rechtzeitig‘ bis hin zu ‚zu spät‘ kommt. Damit sind jene gemeint, die auf eine möglicherweise noch rettende Stammzellenübertragung, Pankreaskarzinom- oder Herzklappen-Operation oder was auch immer warten müssen, weil die Krankenhauskapazitäten nicht mehr ausreichen, da die Stationen mit Covid-Patient(inn)en voll ausgelastet sind. Es gibt viele Eingriffe, die nicht mehr warten können. Diese Menschen befinden sich vielleicht noch am Anfang oder in der Mitte ihres Lebens, haben Familie, leisten oder haben bereits Gesellschaftsarbeit geleistet und müssen nun bitter zurückstecken, weil sich ein anderer Gesellschaftsteil durch eine Impfung in seinen Grundrechten eingeschränkt sah. Was den Ärzt/innen und dem Pflegepersonal hierbei an folgenreichen Entscheidungen über Leben und Tod zugemutet wird, ist unerträglich, und man kann ihnen nicht genug dafür danken, dass sie sich tagtäglich trotzdem weiterhin einsetzen und ihre Arbeit fortführen. Unerträglich ist deshalb auch der unverständliche Trotz jener, die sich hätten impfen lassen können, es aber bislang nicht taten. Bitte sehen Sie doch Ihre Impfung als einen Lebensdienst auch an anderen.
Ulli Schmid, Götzis