Badewanne –
Holzbrunnentrog

Leserbriefe / 21.11.2021 • 17:06 Uhr

Die Weidezeit auf unseren Almen, Vorsäße und Höfen ist vorbei und immer noch stehen viele Dutzende alte Badewannen als Weidetränken umher. Es ist eine besondere kulturelle Unsitte gegenüber unserer Natur, die man, wenn man über den Grenzen unserer Nachbarländer unterwegs ist, kaum sieht. Mich wundert, dass hier die Behörden oder der Naturschutz nicht mehr eingreift, sind doch diese Wannen ein Bauabfall, der ansonsten peinlich genau getrennt und entsorgt werden muss, was ja gut ist. Bei einer Wanderung von Doren nach Alberschwende bin ich an fünf solchen Wannen vorbeigewandert. Laut Gesetz darf Bauschutt und Abbruchmaterial nicht in der Natur entsorgt werden. Dabei wäre und ist ein jeder Holzbrunnentrog ein Stück heimische Kultur und ich habe Achtung vor jedem einzelnen Holzbrunnen. Da im Kulturbereich ja doch manches anderes gefördert wird, wäre es überlegenswert, die Fertigung von Holzbrunnentröge aus heimischem Holz mit einem kleinen Kulturbeitrag zu fördern. Es gibt in vielen Dörfern im Ländle Fachleute, die eine solche Fertigung beherrschen. Es ist Zeit, diese unschönen Badewannen zu ersetzen und zu beseitigen, und unser Ländle wäre noch schöner.

Josef Gantner, Bludenz